09.11.2020 11:21 |

Lockdown gefordert

Gesundheitssystem in Süditalien kurz vor Kollaps

Das Gesundheitssystem im Süden Italiens droht zusammenzubrechen: Wegen steigender Infektionszahlen sei das System bald überlastet. Die Intensivbetten werden allmählich knapp, warnte der Ärzteverband. Viele Krankenhäuser seien bereits gezwungen, Nicht-Corona-Patienten abzuweisen. Die Organisation forderte einen landesweiten Lockdown, um der Lage Herr zu werden.

Der Ärzteverband rief die Regierung auf, einen landesweiten Lockdown wie im März und April zu verhängen, um die Epidemiekurve zu drücken. Ansonsten drohe dem Gesundheitssystem der Kollaps. Regierungsberater Walter Ricciardi forderte einen kompletten Lockdown in Städten wie Mailand und Neapel, die seit Wochen mit zunehmenden Infektionszahlen konfrontiert seien.

Mehrere Infektionsherde in Seniorenheimen
Nachdem Südtirol im Kampf gegen die Pandemie die Anti-Corona-Maßnahmen ausgedehnt hat, könnten auch weitere Regionen bald zur roten Zone mit besonders restriktiven Sicherheitsvorkehrungen erklärt werden. Kampanien, Venetien und Toskana signalisieren eine stark zunehmende Zahl an Neuansteckungen und könnten bald zur roten Zone werden. Besorgniserregend sei die Zahl in den Seniorenheimen, in denen mehrere Infektionsherde gemeldet wurden.

Schüler eine Woche lang auf Fernunterricht umgestellt
Für vier Millionen italienische Schüler begann am Montag eine Woche mit Fernunterricht. 45 Prozent aller Lehrer in Italien werden online unterrichten. Dies sei wichtig, um Ansteckungsgefahren zu vermeiden und die öffentlichen Verkehrsmittel zu entlasten, hieß es aus Rom.

Trotz des Appells der Regierung, auf soziale Kontakte zu verzichten, wollten viele Italiener wegen des schönen Wetters und sommerlicher Temperaturen am Wochenende auf Spaziergänge in Parks und in den Stadtzentren nicht verzichten. Der Bürgermeister Baris, Antonio Decaro, postete Bilder von Mitbürgern, die in Massen entlang der Küste spazieren gingen. „Diese Bilder sind eine Ohrfeige für die Covid-Kranken und die Unternehmer, die wegen der Epidemie ihre Betriebe schließen müssen“, protestierte der Bürgermeister.

In Italien sind am Sonntag 32.616 neue Coronavirus-Infektionen gemeldet worden. Laut Gesundheitsministerium gab es 331 Todesfälle, am Samstag waren es noch 425. Insgesamt stieg die Zahl der Todesopfer seit Ausbruch der Pandemie auf 41.394. Innerhalb von 24 Stunden wurden 191.144 Tests durchgeführt.

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