Vater Corona-positiv

„Intensivbetten für jüngere Kranke“: Sohn in Sorge

Ein Mühlviertler bekam am Telefon die Auskunft, dass sein an Covid erkrankter Vater zu alt für die Intensivstation sei. Im Linzer Spital spricht man von einem Missverständnis.

„Der Arzt war glaube ich einfach zu ehrlich“ - fassungslos berichtet Franz Weglehner aus Gallneukirchen, dass ihm ein Arzt im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder gerade am Telefon mitgeteilt habe, dass sein 81-jähriger, schwer an Covid erkrankter Vater kein Intensivbett bekomme, falls sich sein Zustand verschlechtern sollte. „Man habe nur zwei Betten frei und die würden für jüngere, fittere Patienten aufgespart. Auf Nachfrage, ob das eine Triage ist, sagt mir der Arzt, dass das im Grunde so sei. Dabei wird offiziell immer dementiert, dass dies derzeit nötig ist“, ist der 55-jährige Sohn fassungslos.

Denn eigentlich sollte sein Vater ja am Sonntag schon wieder entlassen werden, nachdem er am Donnerstag wegen einer Entzündung und schlechterem Allgemeinzustand eingeliefert worden war. „Dann haben wir erfahren, dass unser Vater Covid-positiv ist und auf die Isolierstation kommt. Am Wochenende hat sich sein Zustand dann rapide verschlechtert“, erzählt der Sohn die Vorgeschichte.

„Offensichtlich Missverständnis“
Auf „Krone“-Anfrage gab es aus den Krankenhaus ein Dementi, dass der 81-Jährige aufgrund seines Alters kein Intensivbett bekommen würde. „Es gab offensichtlich ein Missverständnis bei den vier Telefongesprächen zwischen Arzt und Sohn des Patienten“, sagt Spital-Sprecherin Manuela Kaar. Der Arzt habe den Sohn informiert, dass eine intensivmedizinische Therapie derzeit nicht nötig sei. Er bekomme bei Bedarf ein Intensivbett. Das verstand der Mühlviertler anders, denn er habe „konkret nachgefragt“ und die Antwort bekommen, „dass bei einer Verschlechterung eine Verlegung nicht gemacht werde“. „Ich mache mir Sorgen, nicht nur um meinen Vater.“

91 Betten belegt
Am Sonntag waren übrigens 91 Intensivbetten in Oberösterreich mit Covid-19-Patienten belegt. Das sind um fünf mehr als am Tag zuvor. In Summe sind im besonders schwer getroffenen Bundesland derzeit 200 Intensivbetten für Corona-Patienten reserviert.

Markus Schütz
Markus Schütz
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