Mega-Plantage

Kärntner Bio-Hasch für Coffee-Shop in Holland bestimmt

Kärnten
23.10.2010 17:04
Einem Haschbauern konnten die beiden St. Veiter Suchtgiftfahnder Thomas Köfer und Wolfgang Kloiber das Handwerk legen. Der Arbeiter aus Klagenfurt (54) hatte mitten in der Natur zwei Plantagen mit 330 Pflanzen angelegt. Das berauschende Kraut sollte ihm als "Bio-Cannabis" in Holland 650.000 Euro einbringen.

Der 54-Jährige ist für die Polizei kein unbeschriebenes Blatt. Vor Jahren war er schon einmal als Cannabisproduzent aufgefallen – damals hat er es auf 47 Kilo und eine längere Gefängnisstrafe gebracht. Auch diesmal sitzt er bereits hinter Gittern, denn erneut hat er bei der Aufzucht der empfindlichen Pflanzen an zwei Plätzen im Raum St. Veit einen grünen Daumen bewiesen und Rekordmengen bis zur Ernte gebracht.

"Einen Teil hat er noch selbst eingesammelt, einen Teil wir", schildert Ermittler Thomas Köfer, der den Verdächtigen am Donnerstag auf frischer Tat erwischt hat.

Für Coffee-Shop in Holland bestimmt
Die Pflanzen werden nun von der Polizei getrocknet, um den THC-Gehalt, also den genauen Grad des Wirkstoffs, feststellen zu können. Ersten Schätzungen zufolge hätten die 330 Zwei-Meter-Stauden aber an die 65 Kilo Kraut ergeben – mit einem Schwarzmarktwert von gut 650.000 Euro! "Die Ware war für Holland bestimmt. Der Verdächtige stand bereits in Verhandlungen mit einigen Coffee-Shops, wo er den Verkauf von Kärntner Bio-Hasch geplant hat."

Der Klagenfurter selbst ist übrigens nicht süchtig; er wollte mit dem Natur-Cannabis offenbar bloß gutes Geld machen und sich vom Erlös unter anderem einen Traktor leisten, wie er den Kriminalisten erzählte.

von Kerstin Wassermann, "Kärntner Krone"
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