Wir sitzen uns krank. Vor dem Fernseher, im Auto, im Wartezimmer, im Büro vor dem Computer. Bis zu 85 Prozent der Arbeitszeit werden heute schon vor dem Bildschirm verbracht. Aber wir sitzen nicht nur zu lange, sondern auch falsch. Eine Kombination, die besonders fatal für den Körper ist.
"Statisch, passiv verharrt man oft Stunden aufdem Sessel, was die Durchblutung des Organismus behindert, derRumpf sackt zusammen, die Muskeln verspannen sich. Das macht sichin Form von Kopf-, Rücken-, Armschmerzen und sogar Herzrhythmusstörungenbemerkbar", betont Dr. Dieter Breithecker von der deutschen Bundesarbeitsgemeinschaftfür Haltungs- und Bewegungsförderung.
In Bewegung bleiben Was viele nicht wissen: Sitzt man mit vorgebeugterHaltung am Schreibtisch - und das tun die meisten von uns - verdoppeltsich der Druck auf die Bandscheiben! Rückengerechte Sesselmit Lendenstütze und Sitzmulde können Bewegung nichtersetzen. Dr. Breithecker: "Das Becken wird fixiert und die Bewegungsfreiheiteingeschränkt. Rückenlehnen, die sich nach rückwärtsneigen lassen, vermitteln nur scheinbar das Gefühl, sichbewegen zu können. Beansprucht wird dabei nur das Hüftgelenk."
Alle 20 Minuten Haltung ändern Laut neuesten Erkenntnissen soll die Sitzflächeleicht nach vorne abfallen. Dabei behält die Wirbelsäuleihre natürliche S-Form und die Blutzirkulation in den Kniekehlenwird nicht behindert. Was unser Rücken braucht, ist aktivesSitzen: Abwechselnd aufrecht sitzen, dann vorgeneigt, zwischendurchzurücklehnen und strecken, die Füße weiter vornedann wieder weiter hinten aufstellen, auf den vorderen Teil desSessels rutschen und wieder zurück. Mindestens alle 20 Minutensollte man die Sitzhaltung auf diese Weise deutlich verändern.
Blutzirkulation ankurbeln Gymnastische Übungen im Büro reichen nichtaus, meint Breithecker. So oft wie möglich aufstehen, imStehen telefonieren, Stiegen steigen. Ein guter Ausgleich, derauch den Blutfluss in den Venen ankurbelt. Wer zusätzlichzwei-, dreimal wöchentlich läuft, wandert, schwimmtoder ins Fitnesscenter geht, braucht Rückenbeschwerden nichtzu fürchten. -Bildzeile- Etwa jede Viertelstunde die Sitzhaltungdeutlich verändern!
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