04.11.2020 15:27 |

Ernste Wirtschaftslage

Bleiben viele Hotels und Betriebe gleich zu?

Steigende Infektionszahlen, internationale Reisewarnungen und der nunmehr zweite Corona-Lockdown haben die heimischen Hotels leer gefegt. Zahlreiche Betriebe - auch in der Gastronomie - überlegen, gleich den ganzen Winter über geschlossen zu lassen.

Vor allem jene Betriebe, die mit Saisonkräften arbeiten. Denn die Saisonniers, die meist erst ab Mitte Dezember eingestellt werden, können nicht gleich in Kurzarbeit geschickt werden. Dies ist erst nach einem vollen Beitragsmonat möglich.

Angesichts des schlecht laufenden Geschäfts wäre aber Kurzarbeit das Mittel der Wahl. Für eine funktionierende Wintersaison müsse die Wartefrist des Beitragsmonats fallen, wie die Unternehmens - und Steuerberatungsfirma Prodinger am Mittwoch betonte. Die Kurzarbeit (Phase 3) sollte unbedingt an die Saisonstarts angepasst werden.

Wartefrist des Beitragsmonats sollte fallen
„Problematisch ist die Lage jener Betriebe, meist Ferienhotels mit dem überwiegenden Anteil an startenden Mitarbeitern, die im November vielerorts ohnehin geschlossen haben und voraussichtlich erst Mitte Dezember öffnen“, erklärte Lukas Prodinger von der Prodinger-Steuerberatung.

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Problematisch ist die Lage jener Betriebe, mit dem überwiegenden Anteil an startenden Mitarbeitern, die im November vielerorts ohnehin geschlossen haben und voraussichtlich erst Mitte Dezember öffnen.

Lukas Prodinger

Die Beschäftigungsverhältnisse beginnen somit erst im Laufe des Dezembers und der erste volle Beitragsmonat wäre dann der Jänner. Nach aktueller Rechtslage wäre die Kurzarbeit dann erst mit 1. Februar 2021 möglich. Und da „liegt derzeit der Hase im Pfeffer“, so Prodinger. Für Saisonverträge und eine funktionierende Wintersaison müsse die Wartefrist des Beitragsmonats fallen.

Risiko für viele zu groß?
Die Aussicht auf mögliche weitere Lockdowns im Jänner und Februar und das damit einhergehende Risiko, die volle Lohnbelastung tragen zu müssen, erscheine im Verhältnis zu groß und stehe nicht in Relation zum eigenen Einsatz, so Prodinger. „Den Betrieben muss geholfen werden.“ Die Prodinger-Gruppe rechnet laut Eigenangaben mehrere Tausend Hotelmitarbeiter in der Lohnverrechnung ab.

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