04.11.2020 06:15 |

Umstrittener Schritt

Malawi will Botschaft in Jerusalem eröffnen

Trotz des ungeklärten Status der Stadt hat sich Malawi entschieden, im nächsten Jahr eine Botschaft in Jerusalem zu eröffnen. Es ist damit das erste afrikanische Land, das dem Beispiel der USA folgt, die im Mai 2018 ihre Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt hatten. Bisher hatte Malawi zu Israel zwar diplomatische Beziehungen, aber keine Botschaft in dem Wüstenstaat.

Außenminister Eisenhower Mkaka kündigte den Schritt am Dienstag bei einem Besuch in Israel an. Israels Außenminister Gabi Aschkenasi zeigte sich erfreut über die Ankündigung. Er sei sich sicher, dass weitere afrikanische Staaten folgen werden.

Botschaftsumzüge nach Jerusalem werden scharf kritisiert
Wegen des ungeklärten Status von Jerusalem war es lange Zeit diplomatischer Konsens, dass ausländische Staaten ihre Botschaften nicht in der Stadt ansiedeln. US-Präsident Donald Trump hatte Jerusalem im Dezember 2017 als Hauptstadt Israels anerkannt und im Mai 2018 die US-Botschaft dorthin verlegt. Einige Staaten folgten seitdem dem US-Vorbild, andere kündigten dies an. International wurden die Botschaftsumzüge scharf kritisiert.

Israel pocht darauf, dass Jerusalem seine unteilbare Hauptstadt sei. Die Palästinenser jedoch beanspruchen den Ostteil von Jerusalem als Hauptstadt ihres angestrebten eigenen Staates. Israel hatte Ost-Jerusalem im Sechs-Tage-Krieg 1967 besetzt und 1980 annektiert. Die UNO erkennt die Annexion nicht an.

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