US-Studie bestätigt

Mehr Todesfälle nach Ersatztherapie mit Hormonen

Wissenschaft
21.10.2010 12:14
Eine Hormonersatztherapie nach der Menopause mit kombiniertem Östrogen und Gestagen führt nicht nur zu mehr Herz-Kreislauf-Zwischenfällen und Brustkreb-Erkrankungen, sondern auch zu mehr Todesopfern durch Mammakarzinome. Außerdem erhöht sich die Sterblichkeit aus allen Ursachen bei Frauen. Das geht aus der neuesten Auswertung der Women's-Health-Initiative-Studie hervor, die am Mittwoch in der angesehenen US-Fachzeitschrift "JAMA" publiziert wurde.

In der Studie waren die Daten von 12.788 Frauen nach einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von elf Jahren ausgewertet worden. Zuvor hatten ursprünglich 16.608 Probandinnen in der Menopause im Durchschnitt 5,6 Jahre lang entweder eine Hormonersatztherapie oder ein Placebo erhalten.

Die ersten Veröffentlichungen zu den negativen Auswirkungen der Hormonersatztherapie - ehemals von vielen Gynäkologen propagiert - hatten bereits ab dem Jahr 2002 international für Aufregung gesorgt und zu einem deutlichen Rückgang bei der Verwendung der Hormone gegen Wechselbeschwerden geführt.

Bestätigung früherer Ergebnisse
Jetzt liegt mit der "JAMA"-Veröffentlichung eine Bestätigung der früheren Ergebnisse vor - allerdings erstmals bis zu den Mortalitätsstatistiken. Die Hauptergebnisse der Studie zeigten deutlich, dass unter anderem bei der Nachbeobachtung der Studienteilnehmerinnen in der Hormon-Gruppe um 25 Prozent mehr Fälle von invasivem Brustkrebs auftraten als in der Placebo-Gruppe.

Außerdem stieg das Risiko, dass bei der Diagnose bereits Lymphknoten befallen waren, um 78 Prozent. Die Todesrate durch Brustkrebs erhöhte sich unter den Frauen, die eine Hormontherapie erhalten hatten, um 96 Prozent. Die Todesrate insgesamt stieg um 57 Prozent.

Studie signifikant
Alle diese Ergebnisse waren - so Rowan Chlebowski und die Co-Autoren - statistisch signifikant. Sie stellen somit mit größter Wahrscheinlichkeit keinen Zufallsbefund dar. Die Experten: "Östrogen plus Gestagen war mit einer größeren Brustkrebshäufigkeit und mehr Lymphknotenbefall verbunden." Auch die Brustkrebs-Mortalität scheine durch die Verwendung dieser Kombinationstherapie erhöht zu sein.
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