Sperma geschädigt

Forscher: Dicke Rattenväter zeugen Diabetikerinnen

Wissenschaft
21.10.2010 11:36
Wie der Vater, so die Tochter: Zumindest bei Ratten trifft das zu. Väter, die sich zu fettreich ernähren, zeugen mit erhöhter Wahrscheinlichkeit zuckerkranke Nachkommen. Das ergab eine Tierstudie, die in der Fachzeitschrift "Nature" vom Donnerstag veröffentlicht wurde. Die Zuckerkrankheit Diabetes kann durch zu kalorienhaltige Ernährung der Eltern verursacht werden.

Bislang war nur bekannt, dass eine falsche Ernährungsweise bei Müttern das Gewicht und den Stoffwechsel des Nachwuchses beeinflussen kann. Nun gibt es zum ersten Mal den Hinweis, dass auch das Essverhalten des Vaters eine Wirkung auf die Gesundheit seiner weiblichen Nachkommen haben kann.

Die Forscher um Margaret Morris von der University of New South Wales in Sydney experimentierten in ihrer Studie mit Ratten-Männchen. Eine Gruppe wurde mit sehr fettreicher Nahrung gefüttert, die andere erhielt normales Futter. Auch die weiblichen Partner-Ratten bekamen die normale Nahrung.

Töchter entwickeln Diabetes
Die Männchen, die das Fett-Futter erhielten, wurden schnell übergewichtig, hatten einen erhöhten Blutzuckerspiegel und waren zum Schluss gegen das Hormon Insulin resistent. Ihre Töchter hatten während der Kindheit ein normales Gewicht.

Im Erwachsenenalter entwickelten sie jedoch einen Stoffwechsel, der typisch für die Krankheit Diabetes ist. Zudem waren bei ihnen mehrere Gene der Bauchspeicheldrüse verändert, die normalerweise den Zuckerspiegel regeln.

Sperma durch Fett beschädigt
Die Forscher vermuten, dass das Sperma der Väter durch die Fett-Ernährung beschädigt wurde. Dies wiederum sei bei ihren Töchtern der Grund für den Ausbruch der Krankheit im Erwachsenenalter.

Die Zuckerkrankheit Diabetes wird in zwei Typen unterteilt: Typ-1-Diabetes ist auch als jugendlicher Diabetes bekannt, Typ-2 als Alterdiabetes. Eine der Hauptursachen des Typ-2-Diabetes ist ein steigender Insulinbedarf bei Überernährung im Laufe des Lebens. Das Hormon Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse produziert und vom Körper gebraucht, um den Zuckerhaushalt zu regulieren. Vom Typ-2-Diabetes sind rund 90 Prozent aller Zuckerkranken betroffen. Typ-1-Diabetes tritt dagegen oft schon im Jugendalter auf.

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