Baby fast erstickt

Vater musste mit Ärztefunkdienst diskutieren

Wien
19.10.2010 15:16
In einer Paniksituation haben sich Eltern in Wien in der Nacht auf Dienstag befunden. Das Baby des Paares "röchelte ganz schlimm und bekam fast keine Luft", wie der Vater die Situation schilderte. Beim - in der Hektik - konsultierten Ärztefunkdienst 141 riet eine Mitarbeiterin salopp, doch mit den Öffis in ein Krankenhaus zu fahren. Nach längerer Diskussion legte man auf und verständigte die Rettung 144, die prompt eintraf. Die Ärztekammer entschuldigte sich bei den Betroffenen.

"Die richtige Vorgangsweise unsererseits wäre natürlich die sofortige Verständigung der Wiener Rettung gewesen", schrieb die Kammer der Familie. "Wenn ein Kleinkind akut unter Atemnot leidet, handelt sich um einen klassischen vitalen Notfall (Atmung, Bewusstsein, Kreislauf) erster Ordnung. Dies kann nicht durch Diskussionen über Wartezeiten am Telefon konterkariert werden", bedauert die ÖÄK.

Es kann "sehr lange dauern" bis Hilfe kommt

Der Familienvater, bei der Berufsfeuerwehr selbst am Notruf stationiert, war seinen Angaben zufolge am Telefon darüber unterrichtet worden, "dass auch andere Leute krank sind und es sehr lange dauern kann, bis Hilfe kommt". Der Bub, 17 Monate alt, sei inzwischen schon ganz blau im Gesicht gewesen.

"Das Gespräch ist nicht gut gelaufen", sagte ein Sprecher der Ärztekammer. Man werde die Beschwerde zum Anlass nehmen, "weitere und intensivere Schulungen" der Mitarbeiter vorzunehmen. Auf der ÖÄK-Website (siehe Infobox) heißt es zum Ärztefunkdienst: "So rasch wie möglich die nächste Kinderambulanz anfahren sollten Sie jedenfalls, wenn Ihr Säugling offensichtliche Atemnot hat."

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