Skalicky erklärte, dass die angekündigte Budgetdeckelung für die Unis ab 2013 vor allem Einrichtungen wie Technische Universitäten mit einem hohen Bedarf an teurer Infrastruktur treffe. Ohne laufende Investitionen in diese Infrastruktur verliere man aber mittelfristig unweigerlich den Anschluss auf internationaler Ebene. "Uns laufen die Kosten davon", so der Rektor.
"Ausbildung ohne Bildung führt zu Wissen ohne Gewissen"
Es gehe auch nicht mehr um Zahlenspielereien, Diskussionen über Studiengebühren, budgetäre Vergleiche mit Deutschland oder der Schweiz, sondern darum, dass an den Unis Defizite drohen. Der TU-Rektor rechnete vor, dass sich bei gedeckeltem Budget an seiner Uni innerhalb von wenigen Jahren ein solches Defizit in der Höhe von 30 Millionen Euro auftun werde.
Die Vollversammlung an der TU Wien war der Auftakt zu einer ganzen Reihe von Diskussions- und Informationsveranstaltungen am Dienstag. Im Audimax wurde der Unmut auch mittels Transparenten zum Ausdruck gebracht. So war etwa zu lesen: "Wenn du denkst Bildung ist teuer dann probier aus was Dummheit kostet" oder "Ausbildung ohne Bildung führt zu Wissen ohne Gewissen".
Schließung medizinischer Fachbereiche droht
Auch an der Medizin-Uni Wien (MUW) nahmen am Vormittag mehr als 1.000 Studenten und Uni-Lehrer an der Versammlung teil. Als Verstärkung war der Chef des Instituts für Molekulare Biotechnologie (IMBA), Josef Penninger, anwesend, der für eine nachhaltige Förderung der medizinischen universitären Forschung durch Politik und Wirtschaft plädierte. In einer Aussendung warnte die MUW vor "unmittelbaren Auswirkungen auf die Gesundheits-und Krankenversorgung in Ostösterreich sowie einschneidenden Benachteiligungen im internationalen Forschungswettbewerb". Besonders bedrohlich sei die Situation in der Lehre: Die PhD-Programme der MUW könnten abgeschafft werden. Der drohende Personalabbau hätte auch unmittelbare Auswirkungen auf die Facharztausbildung: Mögliche Schließungen von einzelnen medizinischen Fachbereichen wären die Folge.
Im Anschluss an die Veranstaltungen an den einzelnen Unis sind die Protestierenden aufgerufen, an einem Sternmarsch zum Ballhausplatz teilzunehmen. Dort findet um 18 Uhr eine Abschlusskundgebung statt. Unterstützung für die Proteste kam von Studentenvertretern, der Gewerkschaft der Privatangestellten Druck Journalismus Papier (GPA-djp), der Arbeiterkammer sowie SP-Landespolitikern.









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