18.10.2020 11:38 |

„Sperrt sie ein!“

Trump macht Stimmung gegen Gouverneurin

US-Präsident Donald Trump macht weiter Stimmung gegen die Gouverneurin des Bundesstaates Michigan, die aus Sicht des republikanischen Staatschefs viel zu strenge Pandemie-Maßnahmen erlassen hat. „Ihr müsst eure Gouverneurin dazu bringen, euren Staat zu öffnen“, rief Trump am Samstag seinen Anhängern in der Stadt Muskegon zu. Daraufhin skandierten seine Anhänger: „Sperrt sie ein!“ Trump stimmte ebenfalls in den Chor ein und meinte: „Sperrt sie alle ein!“

Erzürnt dürfte Trump auch darüber sein, dass die demokratische Gouverneurin Gretchen Whitmer dem Präsidenten eine Teilschuld für ihre geplante Entführung durch Mitglieder einer rechten Miliz gegeben hatte. Vergangene Woche hatten Ermittlungen der Bundespolizei FBI und des Justizministeriums in Michigan zur Festnahme von mehr als einem Dutzend Verdächtigen geführt, die offenbar einen Umsturz geplant hatten.

„Ich glaube, sie sagten, sie wurde bedroht“, sagte Trump, als die Rufe erneut aufbrandeten. „Und sie hat mir die Schuld gegeben!“ Mit der Parole „Sperrt sie ein!“ hatten Trump-Unterstützer im Wahlkampf vor vier Jahren dessen Herausforderin Hillary Clinton bedacht.

Whitmer: „Diese Rhetorik muss aufhören“
Whitmer warf Trump vor, in der Corona-Pandemie Wut angefacht zu haben. Der Präsident hatte im Frühjahr Proteste gegen Whitmers Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus angeheizt und etwa auf Twitter „Befreit Michigan!“ geschrieben. Am Samstag meldete sich Whitmer auf Trumps Äußerungen zu Wort. „Das ist genau die Rhetorik, die das Leben von mir, meiner Familie und anderer Regierungsbeamter in Gefahr gebracht hat. Es muss aufhören“, postete sie auf Twitter.

Weniger als drei Wochen vor der Präsidentenwahl hält Trump ungeachtet der anhaltenden Pandemie in besonders umkämpften Bundesstaaten Auftritte ab. Michigan erlebt derzeit einen dramatischen Anstieg bei den Corona-Neuinfektionen. Am Freitag wurden nach Angaben des dortigen Gesundheitsministeriums mehr als 2000 nachgewiesen - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie.

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