Bombenattentate

Waffenfund in Bleiburg beschäftigt auch die Justiz

Kärnten
13.10.2010 09:48
Die Aufklärung der Sprengstoffattentate in den Siebzigerjahren in Unterkärnten schreitet voran. Ermittler bestätigen erstmals, dass die im Juli in Bleiburg gefundenen Waffen von jenem Mann stammen, der im Zuge der "Krone"-Recherchen als einer der mutmaßlichen Bombenleger unter Verdacht geraten war. Das Ministerium hat indes eine Projektgruppe zur Aufklärung eingerichtet.

"Es besteht kein Zweifel mehr daran, dass die in einem Haus bei Bleiburg gefundenen Waffen von dem verstorbenen Sprengmeister stammen", heißt es. Dieser wurde verdächtigt, einer der Bombenleger in den Siebzigern gewesen zu sein.

Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt hat jetzt einen Sachverständigen beauftragt, der das Gefährdungspotenzial der gefundenen Sprengmittel beurteilen wird. Die Ermittlungen des Landesamtes für Verfassungsschutz sind indes so gut wie abgeschlossen.

Ob es für die Besitzer des Anwesens, auf dem das Waffenlager entdeckt wurde, eine Anklage nach dem Waffen- oder dem Kampfmittelgesetz geben wird, steht noch nicht fest. "Das hängt von der Qualität und vom Zustand der Waffen ab. Das ist noch zu klären", weiß Helmut Jamnig, Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Ministerium richtete Projektgruppe ein
Auch das Ministerium ist inzwischen bei der historischen Aufklärung der Siebzigerjahre-Attentate aktiv geworden: Eine Projektgruppe wurde eingerichtet, die die Kärntner Historikerkommission unterstützen soll.

Der Leiter der Kommission, Wilhelm Wadl, ist voller Erwartungen. Bislang sei man bei den Recherchen zu den damals agierenden Personen oft auf verschlossene Türen gestoßen, wenn es um die Einsicht von Akten ging.

von Thomas Leitner, "Kärntner Krone"

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