Fahrer eingeschlafen

20-jähriger Todeslenker muss nun in den Knast

Kärnten
13.10.2010 01:31
"Das erste Mal vor Gericht?", zeigt Richter Michael Schofnegger etwas Mitgefühl für einen 20-jährigen Mann aus Oberkärnten. Der Arbeiter nickt schüchtern. "Ich wollt', ich könnt' alles ungeschehen machen." Kann er aber nicht: Denn weil er betrunken am Steuer seines Ford eingeschlafen war, musste ein Mensch sterben.

Kaum eine Woche, in der in Klagenfurt nicht ein Alkolenker vor Gericht sitzt. Immer dann, wenn es Schwerverletzte oder gar Tote gibt, landen solche Unfälle vor dem Landesgericht.

Und die Strafen sind in den vergangenen Jahren sukzessive hinaufgesetzt worden: Einst fast noch ein "Kavaliersdelikt", bedingt ein "besoffener" Unfall mit schwerwiegenden Folgen heute unweigerlich eine Gefängnisstrafe.

Auch, wenn die Angeklagten so jung sind wie der 20-Jährige, der am Vortag bei einer Lokaltour in Lienz so viel getrunken hatte, dass er in der Früh immer noch 1,2 Promille intus hatte! "Ich wusste, dass ich fahren muss", gibt er zu. Gemeinsam mit drei Kameraden hatte der Drautaler eine Fahrgemeinschaft in die Türk-Kaserne.

"An mehr kann er sich heute nicht mehr erinnern"
Damals war ich dran." Bei Kleblach-Lind war Endstation: "Ich bin wohl eingeschlafen", sagt er. "Dann ein Krach, ein Dreher, ein Zusammenstoß mit einem Auto." An mehr kann er sich heute nicht mehr erinnern.

Insgesamt wurden er und drei Männer schwer verletzt, für den Beifahrer kam jede Hilfe zu spät. Konsequenzen, mit denen er nun leben muss: Dass er mitschuld am Tod eines anderen ist. Dass der Führerschein weg ist und die Versicherung ihr Geld zurückholen wird. Und dass er in Haft muss: vier Monate lang. Acht weitere werden bedingt nachgesehen.

von Kerstin Wassermann, "Kärntner Krone"

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