'System missbraucht'

Tauschgeschäfte mit Studienplätzen an Medizin-Unis

Tirol
08.10.2010 12:22
Der Tauschhandel mit den heiß begehrten Studienplätzen an den Medizinischen Universitäten in Innsbruck und Wien floriert. In zahlreichen Internetforen werden Plätze gegen Geld angeboten. Laut Berichten müssen Interessenten bis zu 8.500 Euro dafür bezahlen. Die Medizin-Unis wollen nun die Aufnahmemodalitäten ändern, die derzeit einen Wechsel zwischen den beiden Studienorten ermöglichen.

Auf zahlreichen deutschen und österreichischen Internetseiten werden ganz offiziell Möglichkeiten zum Tauschen geboten. Viele Studierende wollen die Stadt oder ein Fach wechseln. In Österreich ist dies aufgrund des identen Aufnahmetests (Eignungstest für das Medizin-Studium/EMS) nur zwischen Wien und Innsbruck möglich.

Doch Geschäfte mit Studienplätzen seien nicht moralisch, so der Vizerektor der Medizin-Uni Innsbruck, Norbert Mutz (Bild). "Wir als Medizinische Universität Innsbruck sind gegen ein solches Vorgehen. Derzeit prüfen wir, welche Möglichkeiten uns hier zur Verfügung stehen, um entsprechende Maßnahmen zu treffen", sagte er.

So wird es ab dem Wintersemester 2011/12 keine gemeinsam geführte EMS-Liste der Medizinischen Universitäten Wien und Innsbruck mehr geben. "Dann kann man sich nur mehr getrennt entweder für die Medizin-Uni Wien oder die Medizin-Uni Innsbruck bewerben", so der Vizerektor der Medizin-Uni Wien, Rudolf Mallinger. "Die Plätze werden dann getrennt vergeben."

System ist "missbraucht worden"
Das derzeitige System, wonach Personen mit der entsprechenden Punktezahl beim Aufnahmetest den Studienort wechseln können, sei "missbraucht worden", so Mallinger. "Die Idee war vom hehren Gedanken der Fairness getragen: Es sollte nicht sein, dass jemand mit einem höheren Punktewert keinen Platz bekommt, nur weil er sich aus seiner Sicht an der falschen Uni angemeldet hat. Wir haben den Leuten, die aufgrund ihrer Punktezahl in Wien keinen Platz bekommen haben, in Innsbruck aber schon, deshalb mitgeteilt, dass sie mit diesem Wert nach Innsbruck gehen können. Weil es ja der gleiche Test ist, wollten wir den Leuten ganz fair eine Option bieten."

Das habe bis zum vergangenen Studienjahr funktioniert, erst heuer habe es "erstmals diese wilden Geschichten gegeben".

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