30.09.2020 11:44 |

In der Rushhour

Öffi-Chaos: Jetzt müssen mehr Busse her!

Seit die Schule wieder angefangen hat, ist es jeden Tag das Gleiche: Zwar mit Schutzmaske, aber dicht gedrängt stehen Schüler in der morgendlichen Rushhour in den Grazer Öffis - Abstand halten ist unmöglich. Auch in anderen steirischen Städten gibt es dieses Problem. Es muss dringend eine Lösung her. Eine Möglichkeit: eine Taktverdichtung mit Einschubbussen.

„Wir haben schon vor dem Schulstart darauf hingewiesen, dass es zu Engpässen kommen wird. Leider wurden offensichtlich nicht die notwendigen Vorkehrungen getroffen“, kritisiert die Grazer Verkehrsstadträtin Elke Kahr (KPÖ).

Am Dienstag gab es einen kurzfristig einberufenen Krisengipfel zwischen Verkehrslandesrat Anton Lang (SPÖ) und Peter Gspaltl, dem Geschäftsführer des Verkehrsverbunds: „Wir sind uns der problematischen Situation bewusst. Wir haben vereinbart, dass sich der Verkehrsverbund umgehend um eine Lösung bemüht“, so Lang danach.

In Graz wird ein „Einstiegslimit“ geprüft
Es sollen mehr Busse fahren. „Die heimischen Reisebusunternehmer haben aufgrund des Corona-bedingten Stillstands im Reiseverkehr genügend Kapazitäten frei“, sagt Kurt Matzer, Branchenvertreter der Autobusunternehmer in der Wirtschaftskammer Steiermark.

In der Landeshauptstadt sei das jedoch schwer möglich, sagt Gerald Zaczek-Pichler von der Holding Graz: „Wir fahren in der Früh jetzt schon im 6-Minuten-Takt.“ Dort wird derzeit ein „Einstiegslimit“ geprüft - das heißt, es wäre nur eine gewisse Anzahl an Fahrgästen erlaubt. Fragt sich nur, wie dann alle Kinder rechtzeitig in die Schule kommen sollen. Zudem müsste man das natürlich kontrollieren, und dazu bräuchte es Schaffner. Auch Konvoifahrten mit Bussen sind ein Thema. „Als Sofortmaßnahme werden ab morgen, Donnerstag, von 7.20 bis 7.50 Uhr auf der Linie 52 zwischen dem Grazer Hauptbahnhof und der BULME zwei zusätzliche Busse eingesetzt“, kündigt Zaczek-Pichler an.

„Wenn nicht alle zugleich in die Schule fahren würden, hätten wir diese Verkehrsspitzen gar nicht“, meint Lang. Er ist daher für eine Staffelung der Beginn-Zeiten. Das würde bedeuten, dass es Schulen gibt, wo der Unterricht später, z.B. statt um 8 erst um 9 Uhr, startet. Lang: „Es gibt die Schulautonomie, das könnte man relativ rasch umsetzen.“

Stadtpolitik nimmt Verkehrsstadträtin in die Pflicht
Es hat diesbezüglich auch schon Gespräche gegeben. Angeblich ist diese Lösung bislang an den Lehrern gescheitert - die sollen dagegen sein, weil sie dann zu Mittag länger arbeiten müssten. Kahr könnte sich ja nützlich machen und bei der Bildungsdirektion Druck machen, heißt es im Grazer Rathaus.

Laut der Bildungsdirektion sei das nicht umsetzbar: „Wir sind in der dritten Schulwoche, die Stundenpläne sind fertig - das wäre ein nahezu unlösbarer administrativer Aufwand.“

Ernst Grabenwarter
Ernst Grabenwarter
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