Vorstand macht ernst

MAN-Mitarbeiter in Steyr haben Angst vor Zukunft

Am 11. September wurde das massive Sparpaket, das auch eine Schließung des MAN-Werks in Steyr bis Ende 2023 beinhaltet, präsentiert. Nun macht der Lkw-Hersteller ernst: Mit heute Mittwoch wird der bis 2030 laufende Standortsicherungsvertrag gekündigt. Die Mitarbeiter zeigten am Dienstag mit einer Aktion ihre Ängste auf.

Ein schwarzes Fragezeichen auf einem drei mal drei Meter großen Transparent wurde am Dienstag am großen Lackierturm des MAN-Werks in Steyr aufgehängt. „Wir wollen damit symbolisch die Angst um die Zukunft des Standortes Steyr zum Ausdruck bringen“, so Angestellten-Betriebsratschef Thomas Kutsam.

Chef Tostmann erstmals in Steyr
Das Transparent war auch als Willkommensgruß für MAN-Vorstandschef Andreas Tostmann, der Dienstagnachmittag zum ersten Mal seit seinem Jobantritt den Standort in Oberösterreich besuchte, gedacht. Die Werksleitung ließ das Fragezeichen aber noch vor dessen Ankunft demontieren.

Fakt ist: Die Ankündigung, dass im Zuge des rigorosen Sparprogramms das Werk in Steyr mitsamt seiner 2300 Mitarbeiter bis Ende des Jahres 2023 komplett geschlossen werden soll, sorgt für mehr als nur ein Fragezeichen. „Warum plant MAN die Zukunft ohne Steyr?“, will Kutsam wissen. Viele fragen sich, was ein Standortsicherungsvertrag wert ist, wenn er einfach gekündigt werden kann. Und da macht der MAN-Vorstand nun ernst: Mit heutigem Tag wird der bis 2030 laufende Vertrag auch für Steyr aufgekündigt.

Verhandlungsstart wohl schon nächste Woche
Ein Schritt, von dem die Chefetage trotz Gesprächen mit den Betriebsräten nicht abzubringen war. Erich Schwarz, Vorstandsvorsitzender der Arbeiterbetriebsrats bei MAN in Steyr, rechnet damit, dass nun nächste Woche die Verhandlungen über Restrukturierungsmaßnahmen und die Zukunft des Standorts Steyr beginnen werden. Schon länger fix: Am Mittwoch steigt die MAN-Aufsichtsratssitzung in Steyr, am Freitag jene in München.

Barbara Kneidinger
Barbara Kneidinger
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Dienstag, 27. Oktober 2020
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