Den Ermittlern fiel eine Häufung brutaler Überfälle auf Frauen im Alter von etwa 50 bis 85 Jahren auf, denen immer die Halskette entrissen worden war. Den Taten gemeinsam war, dass der oder die Täter die Opfer verfolgten und meist im Stiegenhaus vor deren Wohnungstüren überfielen. "Diese Fakten konzentrierten sich auf den Süden und Westen Wiens", sagte Oberstleutnant Robert Klug. Vor allem Rudolfsheim-Fünfhaus und Ottakring - genauer der Bereich Thaliastraße - kristallisierten sich als Schwerpunkte heraus.
"1,80 Meter groß, schlanke Statur, vermutlich Rumäne"
Am 10. August war es dann so weit: In Ottakring wurde wieder eine Frau überfallen und ihrer Halskette beraubt. Das Opfer konnte eine sehr gute Beschreibung des Täters liefern. "1,80 Meter groß, schlanke Statur, vermutlich Rumäne", umriss Pöttler die Informationen, welche die Ermittler bekamen. Vor allem aber die nicht gerade dezente Kleidung war es, die Hoffnung machte. Das 82-jährige Opfer erinnerte sich nämlich genau an das türkisfarbene T-Shirt des Räubers und an dessen weiße Schuhe.
Geständnis nach Konfrontation mit Indizien
Wenige Stunden nach der Tat ging der 31-Jährige, welcher der Beschreibung entsprach, den Beamten ins Netz. Zunächst stritt er alles ab. Doch die Überfallene identifizierte ihn eindeutig. Dass die Ermittler darüber hinaus ein Video aus einer Überwachungskamera hatten, das ihn mit seiner Freundin bei der Verfolgung einer wenig später überfallenen Frau zeigte, und eine E-Card eines der Opfer in seiner Geldbörse fanden, erhöhte den Druck. Schließlich gestand er 19 Überfälle.
Lebensgefährtin als Komplizin bei Opfer-Auswahl
Klug zufolge hatten die Opfer Glück, nicht schwerer verletzt worden zu sein. Rötungen und Abschürfungen im Halsbereich sowie Schocks trugen sie davon. Es sei aber zu befürchten gewesen, dass "irgendwann eine der Frauen über die Stiegen gestürzt wäre", so der Oberstleutnant. Kriterien für die Opferauswahl seien gewesen, dass die Frauen allein unterwegs waren, sichtbar Schmuck trugen, oft auch, dass sie eine Behinderung aufwiesen. Die 31-jährige Freundin soll ihren Lebensgefährten bei der Auswahl unterstützt haben, bei den Taten selbst trat sie nicht in Erscheinung.
Die Beute versetzte der Mann umgehend bei Dealern und Juwelieren, um sich so seine Heroinsucht zu finanzieren. In seinem Wohnbereich - der Verdächtige war in Währing gemeldet - brach er in Autos ein und stahl vor allem Navigationsgeräte, aber auch Handys und Bargeld. Seine Freundin war nicht süchtig. Der Schaden aus den Raubüberfällen wurde mit 12.970 Euro beziffert, dazu kamen noch weitere Schäden bei den Pkw-Einbrüchen in Höhe von 8.300 Euro. Die Überfälle wurden in den Bezirken Landstraße, Margareten, Mariahilf, Neubau, Favoriten, Simmering, Penzing, Rudolfsheim-Fünfhaus und Ottakring verübt.









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