Ganz Chile wartet

Präsident Pinera: Rettung der Kumpel “steht kurz bevor”

Ausland
05.10.2010 11:51
Die 33 in 700 Metern Tiefe eingeschlossenen Bergleute in Chile könnten möglicherweise noch in der ersten Oktoberhälfte befreit werden. Ihre Rettung "steht kurz bevor", sagte der chilenische Präsident Sebastian Pinera am Montag. Der Staatschef tritt am 15. Oktober seine Europa-Reise an, hofft aber, bei der Bergung der Kumpel an Ort und Stelle zu sein: "Es ist mir sehr wichtig, diesen Augenblick mit den 33 Kumpeln, ihren Familien und dem chilenischen Volk zu teilen."

Der Leiter der Rettungsarbeiten, Andre Sougarret, dämpfte jedoch die Erwartungen Pineras. Er verstehe natürlich, dass jeder auf eine baldige Rettung hoffe, doch man dürfe keine Risiken eingehen. Es gebe momentan keinen Grund zu der Annahme, dass die Kumpel vor der zweiten Oktoberhälfte befreit werden könnten. Eine Rettung noch im Oktober sei jedoch "wahrscheinlich".

Drei Bohrer im Einsatz
Die Bergleute müssen seit dem 5. August in der Mine San Jose in der Atacama-Wüste, etwa 850 Kilometer nördlich der Hauptstadt Santiago, in 700 Meter Tiefe ausharren. Mit insgesamt drei Bohrern graben die Rettungskräfte einen Weg zu den Verschütteten. Am Montag war einer der Bohrer nur noch 200 Meter von den Bergleuten entfernt. Die Kumpel sollen in einer Rettungskapsel an die Oberfläche gebracht werden.

Angehörige frohen Mutes
Die Stimmung an der Mine war seit Tagen zunehmend hoffnungsfroh. Die dort campenden Familien grillten zwischen ihren Zelten, ihre Kinder lachten über einen Clown. Währenddessen liefen die Vorbereitungen für die medizinische Versorgung der Bergarbeiter nach deren Rettung auf Hochtouren. Auch ein Hubschrauberlandeplatz für den raschen Transport der Bergleute ins nächstgelegene Krankenhaus in Copiapo wurde angelegt.

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