"Der Staller Bürgermeister hat Geld ausgegeben, als gäbe es kein Morgen mehr", heißt es auf Nachfrage der "Krone" im Büro von Landesrat Josef Martinz. Achill Rumpold, der zuständige Referent: "Die Gemeinde hat ohne Genehmigung der Aufsichtsbehörde Kredite aufgenommen."
Das Ergebnis: In Stall steht man bei der Bank mit 2,4 Millionen Euro in der Kreide. Dabei hätte die Gemeinde höchstens 350.000 Euro ohne Zustimmung des Landes aufnehmen dürfen. Und das auch nur für dringende Zahlungen.
Rumpold: "Viele Rechnungen sind überhaupt noch offen, und auch das Finanzamt fordert von der Gemeinde 55.000 Euro zurück. So ein finanzielles Desaster gab es noch bei keiner Gemeinde in Kärnten."
Nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe befindet sich der Staller Amtsleiter laut Gemeindeaufsicht im Dauerkrankenstand. "Und der Bürgermeister redet sich darauf aus, dass er von allem nichts gewusst habe. Eine Ausrede", glaubt Rumpold.
Viele Beschlüssen fehlt Genehmigung
Mittlerweile ist ein Prüfteam der Gemeindeaufsicht in Stall und versucht Ordnung ins finanzielle Chaos zu bringen. Rumpold: "Es gibt auch viele Beschlüsse des Gemeinderates, doch viele sind ohne aufsichtsbehördliche Genehmigung und es gibt auch keine Finanzierungspläne wie etwa für Straßenprojekte. Und inzwischen hat auch die Bank den Geldhahn zugedreht."
Bürgermeister Peter Ebner sieht die Vorwürfe locker: "Es ist eh alles in Ordnung!" Mehr will er dazu nicht sagen. In wenigen Tagen soll der Bericht der Sonderprüfung vorliegen. Als Konsequenz droht der Gemeinde Stall ein Aufpasser. Und auch eine strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen ist nicht ausgeschlossen.
von Hannes Wallner, "Kärntner Krone"










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