Ehre für Babymacher

Medizin-Nobelpreis an Retortenbaby-Pionier

Wissenschaft
04.10.2010 11:54
Der mit zehn Millionen schwedischen Kronen (rund eine Millionen Euro) dotiert Nobelpreis 2010 für Physiologie und Medizin geht an den 1925 geborenen Wissenschaftler Robert G. Edwards. Das hat das Karolinska-Institut in Stockholm am späten Montagvormittag bekanntgegeben. Die Forschungen des Briten zur sogenannten In-vitro-Fertilisation (IVF) führten am 25. Juli 1978 zur Geburt des ersten "Retortenbabys" der Welt. Das Bild zeigt Edwards mit zwei IVF-Babys.

"Seine Errungenschaften machten es möglich, Infertilität zu behandeln. Das ist eine Situation, die einen wesentlichen Teil der Menschheit betrifft - inklusive etwa zehn Prozent der Partnerschaften weltweit", hieß es in der Begründung.

Bereits in den 50er-Jahren an IVF gearbeitet
Bereits in den 1950er-Jahren hatte Edwards die Vision, dass eine In-vitro-Ferlisierung hilfreich bei der Behandlung von Unfruchtbarkeit sein könnte. Er arbeitete systematisch, um dieses Ziel zu erreichen, entdeckte wichtige Prinzipien der Fruchtbarkeit des Menschen und war erfolgreich bei der Befruchtung des menschlichen Eies im Labor. Weil staatliche Stellen in Großbritannien die Finanzierung der weiteren Arbeiten verweigerte, finanzierten die Wissenschaftler ihr Projekt schließlich privat. Edwards' Bemühungen wurden schließlich am 25. Juli 1978 vom Erfolg gekrönt, als das erste "Retortenbaby" der Welt, Louise Brown, geboren wurde. Mittlerweile erblickten weltweit schon vier Millionen IVF-Babys das Licht der Welt.

Erstes IVF-Baby in Österreich 1982
Mittlerweile wurde die Methode weiter verfeinert. Hinzu kam zum Beispiel die artifizielle Spermien-Injektion (ICSI), die eine Schwäche der Spermien des Mannes ausgleichen kann. In zahlreichen Staaten wird die IVF auch bereits vom Staat bzw. der Krankenversicherung ganz oder teilweise bezahlt. Eine solche Regelung gibt es auch in Österreich. Am 5. August 1982 kam das erste IVF-Baby Österreichs mit den Gynäkologen Wilfried Feichtinger, Peter Kemeter und Stephan Szalay (Universitäts-Frauenklinik am AKH) in Person von Zlatan Jovanovic auf die Welt.

Die feierliche Überreichung des Preises findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.

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