Zu wenig Geld

Uni Klagenfurt fürchtet Schließung von Instituten

Kärnten
01.10.2010 12:27
Der Rektor der Universität Klagenfurt, Heinrich C. Mayr, befürchtet bei einem Festhalten an der von der Regierung geplanten Einfrierung des Uni-Budgets die "Schließung von drei größeren Instituten". Allein die laufenden Gehaltssteigerungen machten einen Mehrbedarf von 4,5 Millionen Euro aus, sagte er am Freitag bei einer Pressekonferenz in Klagenfurt, zu der er aus Indien via Skype zugeschaltet war.

80 Prozent des Budgets brauche man für Personalkosten, erläuterte Vizerektorin Sabine Kanduth-Kristen. Daher hätten Einsparungen unmittelbare Auswirkungen auf den Personalstand, denn in anderen Bereichen gebe es keine ausreichende Manövriermasse. Derzeit sind rund 1.400 Menschen an der Uni beschäftigt, davon 450 Personen im wissenschaftlichen Bereich. Weites könnten Wartungen nicht mehr durchgeführt werden, Investitionen und Planungen würden gestoppt, kündigte Mayr an.

Studiengebühren kann sich der Rektor aber trotzdem nur für die Finanzierung des Stipendienwesens vorstellen. Die Beiträge sollten nach dem Einkommen der Eltern sozial gestaffelt eingehoben werden und ausschließlich in Stipendien fließen, sagte er. Denn die Erfahrung habe gezeigt, dass allgemeine Studiengebühren nicht zu einer Erhöhung des Uni-Budgets geführt hätten. In Klagenfurt habe das lediglich ein Promille ausgemacht.

Bildungskredit als mögliche Lösung
Etwas differenzierter sieht das der Senatsvorsitzende Oliver Vitouch. Er spricht sich auch für die Entwicklung eines umfassenden Unterstützungs- und Stipendienwesens aus, ist aber "bereit, ernsthaft über einen Bildungskredit, wie er in Australien und Schweden praktiziert wird, nachzudenken."

Die Vertreter der Uni Klagenfurt fordern eine Lösung bei den Zugangsbeschränkungen in den überlaufenen Studienrichtungen sowie bei den deutschen Studierenden. "Der freie Studienzugang ist das Paradebeispiel einer Lebenslüge", sagte Vitouch. "Wir brauchen gesetzliche Möglichkeiten", verlangte er. In Klagenfurt sind speziell die Studienrichtungen Psychologie, Angewandte Betriebswirtschaft sowie Wirtschaft und Recht überlaufen. In der Psychologie habe man mit 300 Studenten pro Professor einen ähnlich schlechten Betreuungsschlüssel wie die Wirtschaftsuniversität Wien, so Vitouch. Bei der BWL sei es etwas besser.

Plätze in Psychologie und Medienkommunikation beschränkt
Für den Bereich Psychologie und Medienkommunikation hat man in diesem Jahr die Plätze beschränkt. Dadurch habe es eine Wechselbewegung in ähnliche Studienrichtungen gegeben, das sei am stark gestiegenen Zugang zur Pädagogik abzulesen, sagte Vitouch. Die Zugangsbeschränkungen könnten entweder vor Studienbeginn oder im ersten Semester erfolgen. Es müsste dabei jedoch eine Quote für sozial Schwächere aus bildungsfernen Schichten eingeführt werden.

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