15.09.2020 10:05 |

Vietnamesen angeklagt

Haftstrafen nach Tod von Migranten in Kühl-Lkw

In Vietnam sind vier Menschen zur Rechenschaft gezogen worden, die mit dem Tod von 39 Landsleuten in einem Kühl-Lastwagen in Großbritannien in Zusammenhang stehen. Die Angeklagten im Alter zwischen 26 und 36 Jahren wurden zu Gefängnisstrafen zwischen zweieinhalb und siebeneinhalb Jahren verurteilt, wie staatliche Medien am Dienstag berichteten.

Die Urteile wurden demnach am Montag von einem Gericht in der zentralvietnamesischen Provinz Ha Tinh verhängt. Laut den Behörden wurden sie wegen „Organisation und Vermittlung illegaler Auswanderung“ verurteilt. Drei weitere Angeklagte erhielten Bewährungsstrafen.

Einige Angehörige gegen Haftstrafen
Nguyen Dinh Gia, der seinen 20-jährigen Sohn bei der Tragödie verlor, sagte, aus seiner Sicht müssten die Angeklagten nicht ins Gefängnis. „Die beteiligten Leute haben nur versucht zu helfen, und dann ist es zu dem Unfall gekommen“, sagte er. Sein erwachsener Sohn habe sich freiwillig der Gruppe angeschlossen, „um ein besseres Leben zu haben, Geld zu verdienen, um unsere Armut zu lindern“, sagte Gia. Sein Sohn habe in Großbritannien in einem Nagelstudio arbeiten wollen.

Opfer starben an Sauerstoffmangel und Überhitzung
Die Leichen der 39 vietnamesischen Migranten waren Ende Oktober 2019 in einem Industriegebiet östlich von London in einem Kühl-Lastwagen entdeckt worden. Laut Obduktionsbericht starben die in einem Container eingesperrten Menschen an Sauerstoffmangel und Überhitzung. Der Container mit den Vietnamesen war auf einer Fähre von Belgien aus nach Großbritannien gebracht worden.

In dem Fall, der im Oktober vergangenen Jahres weltweit Entsetzen ausgelöst hatte, waren zuvor mehrere Dutzend Verdächtige in Großbritannien, Frankreich, Belgien und auch Deutschland festgenommen worden. Auch der Fahrer des Kühl-Lkw wurde festgenommen und hat sich schuldig bekannt.

 krone.at
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