Im Bundesländervergleich besteht in Vorarlberg der größte (33,0 Prozent, 2. September) und in Wien der kleinste (22,6 Prozent, 10. Oktober) Unterschied - demnach werden auch die Equal Pay Days an unterschiedlichen Tagen begangen.
Im Burgenland und in Kärnten beläuft sich die Differenz auf 24,7 Prozent (2. Oktober), in Niederösterreich und der Steiermark auf 26,2 Prozent (27. September). In Oberösterreich gibt es 30,0 Prozent Unterschied (13. September), in Tirol 28,1 Prozent (20. September) und in Salzburg 27,2 Prozent (23. September).
Heinisch-Hosek fordert 1.300 Euro Mindestlohn
Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ, im Bild rechts mit Wiens Vizebürgermeisterin Renate Brauner, ebenfalls SPÖ) hat zum Equal Pay Day auf die Anhebung des Mindestlohns auf 1.300 Euro gepocht. Den Einkommensbericht, den Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern ab dem kommenden Jahr erstellen müssen, bezeichnete sie bei einer Aktion der SPÖ-Frauen am Rochusmarkt in Wien Landstraße als "ganz wichtigen Schritt".
"Ab dem heutigen Tag arbeiten die Frauen in Österreich bis zum Jahresende gratis, während die Männer für ihre Arbeit weiter bezahlt werden. Diese Kluft von 94 Tagen muss kleiner werden", forderte die Ressortchefin am Mittwoch. Sie verwies auf den verpflichtenden Einkommensbericht, der ab 2011 für mehr Transparenz sorgen soll. Heinisch Hosek betonte weiters, wie wichtig ein höherer Mindestlohn für Frauen wäre und versprach, sich für die Forderung stark zu machen: "Es müssen 1.300 Euro sein. Ich werde diese Forderung weitertragen, dafür kämpfe ich."
"Viele Frauen kommen mit Einkommen nicht aus"
Auch die ÖGB-Bundesfrauen und die Grünen haben anlässlich des Equal Pay Day ihre Forderung nach einem Mindestlohn von 1.300 Euro brutto bekräftigt. "Viele Frauen kommen mit ihrem Einkommen nicht aus. Leistung muss sich aber lohnen, deshalb ist unsere Forderung nach 1.300 Euro brutto Mindestlohn aufrecht", erklärte ÖGB-Frauenvorsitzende Brigitte Ruprecht.
Als Maßnahme gegen den Einkommensunterschied müsse man aber an vielen Schräubchen drehen. So pochen die ÖGB-Frauen etwa auf die Fortsetzung der Anstoßfinanzierung für den Ausbau der Kinderbetreuung und die Einführung eines Papa-Monats. Weiters treten sie für die Abschaffung der Geringfügigen Beschäftigung und eine neue Arbeitsbewertung ein.
Als einen "ersten wichtigen Schritt" hin zu mehr Einkommensgerechtigkeit bezeichnet die Vorsitzende den künftig verpflichtenden Einkommensbericht, den Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern ab 2011 erstellen müssen. Insgesamt sei die neue Maßnahme positiv und "ein Fortschritt". Dass es noch diskussionswürdige Punkte gibt, sei aber klar, so Ruprecht.
Grüne treten auch für Aufwertung der Teilzeitarbeit ein
Die Grünen drängen auf einen gesetzlichen Mindestlohn in der Höhe von 1.300 Euro brutto sowie auf eine Aufwertung der Teilzeitarbeit. "Das Auseinanderdriften der Einkommensschere muss endlich gestoppt werden", erklärte Grünen-Frauensprecherin Judith Schwentner. Sie befürchtet jedoch, dass das vorliegende Modell für mehr Einkommenstransparenz nur wenig an den Ungleichheiten ändert.
Arbeiterkammer für volle Anrechnung der Karenzzeiten
Die Arbeiterkammer tritt für eine "konsequente Gleichstellungspolitik" ein. AK-Präsident Herbert Tumpel sprach von einer "großen Ungerechtigkeit" und wies darauf hin, dass die Weichen für schlechtere Berufsverläufe bereits bei der Ausbildung gestellt werden.
"Ein erster wichtiger Schritt zur Verringerung der Einkommensschere ist die Sozialpartnereinigung zu Einkommensberichten und Jobausschreibungen mit Angabe des Einkommens", zeigte sich Tumpel überzeugt. Die AK fordert weiters etwa die volle Anrechnung der Karenzzeiten als Dienstzeit analog zum Präsenzdienst und Geschlechterquoten für Aufsichtsräte.
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