Arbeiter im Ausstand
Streiks in mehreren EU-Ländern sorgen für Probleme
Der Generalstreik in Spanien richtet sich gegen eine Reform, die vor knapp drei Wochen vom spanischen Parlament verabschiedet worden war. Die Neuerung beinhaltet unter anderem eine Erleichterung von Entlassungen und eine Lockerung des Kündigungsschutzes. Die großen Gewerkschaftsverbände UGT (Allgemeine Union der Arbeit) und CCOO (Arbeiterkommissionen) sehen darin einen Einschnitt in die Arbeitnehmerrechte.
Der Streik in Spanien trifft auch Tausende von Urlaubern. Die Reiseveranstalter und Fluggesellschaften hatten sich darauf eingestellt, dass zahlreiche Flüge von und nach Spanien ausfallen oder sich erheblich verspäten würden.
Mehrheit der Spanier will nicht streiken
Nach Umfragen will die Mehrheit der Spanier an dem Streik nicht teilnehmen. Es wurde daher erwartet, dass die Gewerkschaften sich bei dem Ausstand auf wirtschaftliche Schlüsselbereiche konzentrieren würden. Dazu dürften auch die großen Flughäfen des Landes gehören.
Die sozialistische Madrider Regierung unter Premier Jose Luis Rodriguez Zapatero hatte mit den Arbeitnehmer-Organisationen vereinbart, dass mindestens 20 Prozent der europäischen Flüge stattfinden sollen. Die Fluggesellschaften boten den Passagieren umfangreiche Umbuchungs- und Informationsmöglichkeiten an.
Kaum Auswirkungen auf Flugverkehr in Österreich
Der Generalstreik in Spanien hat sich kaum auf den Flugverkehr in Österreich ausgewirkt. Wie eine Sprecherin des Flughafens Wien mitteilte, sind bisher nur zwei Flüge der spanischen Fluggesellschaft Iberia zwischen Madrid und Wien ausgefallen. Es sei unklar, ob die Absage der beiden Flüge im Zusammenhang mit dem Generalstreik stehe.
Griechenland: Streiks und Kundgebungen nach Dienstschluss
In Griechenland sind am Mittwoch die Fahrer der Busse und der U-Bahnen in Athen sowie der nationalen Bahn (OSE) in einen mehrstündigen Streik getreten. Ärzte in staatlichen Krankenhäusern behandelten nur Notfälle, teilte die Generalgewerkschaft (GSEE) mit.
Darüber hinaus rief die Staatsbedienstetengewerkschaft (ADEDY) zu einer Kundgebung nach Dienstschluss gegen Arbeitslosigkeit und Verteuerung im Zentrum Athens auf. Die griechischen Arbeitnehmer leiden besonders unter der Last harter Sparmaßnahmen. Das Land konnte vorerst mit Finanzspritzen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und EU-Geldern gerettet werden.
Streiks auch in Belgien und Slowenien
Bereits am Dienstag hatten belgische Fluglotsen und slowenische Beamte ihre Arbeit niedergelegt. Während der Streik der Fluglotsen laut Angaben der belgischen Flugsicherheitsbehörde Belgocontrol "spontan" und "ohne förmliche Forderung" zustande kam, protestierten die Staatsdiener Sloweniens – ihnen ist ein formeller Streik untersagt - gegen die von der Regierung angekündigten Sparmaßnahmen mit einem "Dienst nach Vorschrift".
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