10.09.2020 14:25 |

„Selbstverständlich“

Wien bietet an, Kinder aus Moria aufzunehmen

Nach den Bränden in Moria erneuert die Stadt Wien das Angebot, Kinder aus dem griechischen Flüchtlingslager aufzunehmen. Bürgermeister Michael Ludwig verurteilt den Kurs der Bundesregierung: „Ich persönlich bedaure es sehr, dass Türkis-Grün hier nichts zustande bringt. Es ist nicht nur enttäuschend, sondern auch beschämend!“

Für den Wiener Stadtchef sei es eine Selbstverständlichkeit, in der konkreten Situation Kinder aufzunehmen, sagte er am Donnerstag im Zuge einer Pressekonferenz. Ludwig verwies auf einen bereits vorhandenen Antrag von SPÖ, Grünen und NEOS in Wien, 100 Kindern Schutz zu bieten. Allerdings müsste das die Bundesregierung unterstützen. „Wien ist bereit“, so Ludwigs Appell an Türkis-Grün. Andere „konservative“ Politiker, wie Horst Seehofer und Markus Söder aus Deutschland, würden ebenso hilfsbereit handeln. Das Agieren der österreichischen Bundesregierung sei „enttäuschend und beschämend“.

Auch Hebein erhöht Druck
Die grüne Vizebürgermeisterin Birgit Hebein appelliert einmal mehr an Menschlichkeit. Die Aufnahme der Kinder aus dem abgebrannten Flüchtlingslager sei eine menschliche Frage. Ihre eigene Partei im Bund nimmt sie weniger in die Pflicht, die ÖVP dafür umso mehr. Hebein fordert ÖVP-Wähler und Funktionäre auf, öffentlich zu erklären, dass von der Volkspartei in Sachen Menschlichkeit eine Grenze erreicht wurde, und so den Druck auf die Bundespartei zu erhöhen.


„Wir haben Platz“: NEOS protestieren mit 100 leeren Stühlen

Die Wiener NEOS um Christoph Wiederkehr und Stephanie Krisper zogen währenddessen zu einer Kundgebung vor das Außenministerium. „Während Moria brennt, fallen diverse ÖVP-Politiker lediglich mit unmenschlicher Ablehnung auf und wollen weiterhin keine 100 Flüchtlingskinder aufnehmen“, protestierten sie mit 100 leeren, mit Stofftieren besetzten weißen Klappstühlen und betonten: „Wir haben Platz.“

Maida Dedagic, Kronen Zeitung/krone.at

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