Vielen düfte der Rapper Max Herre noch als Kopf der Suttgarter Formation "Freundeskreis" ein Begriff sein. Auf seinem Solo-Album beweist Max abermals sein Ausnahmetalent in der sonst eher kargen deutschen Rap-Landschaft.
Max Herre und sein "Freundeskreis" sorgten Mitteder neunziger Jahre mit ihrem Hit "A.N.N.A" für einen Boomim Hip Hop und machten Stuttgart zur Metropole des deutschen Sprechgesangs.Etliche Jahre später veröffentlicht Max, inzwischenglücklich verheiratet und Vater geworden, endlich sein Solowerkund beweist, wie vielfältig Rap abseits amerikanischer Klischeesklingen kann.
Auf insgesamt 13 Tracks mischt Max die verschiedenstenmusikalischen Einflüsse zu seinem gewohnt entspannten Sound.Egal ob Rock ("Zu elektrisch"), Blues ("Du weisst"), Reggae ("Jerusalem")oder Funk und Jazz: Max beherrscht sämtliche Spielarten undproduziert Songs voll mit eingängigen und gefühlvollenMelodien. Besonders hervorzuheben ist hier die romantische Ballade"Alter Weg": nur von Gitarren begleitet zeigt Max, dass er auchwunderbar singen kann. Gesangliche Unterstützung erhälter von seiner Frau und R'n'B-Sängerin Joy Denalane auf demSong "1ste Liebe", einer Hommage an Max' Heimat Stuttgart.
Textlich bewegt sich der Soul Guerillero auf höchstemNiveau, von seinem Image des Polit-Rappers kann er sich jedochimmer noch nicht ganz lösen. Auf "Jerusalem" singt Max vomGaza-Konflikt. Ansonsten gibt es Storytelling vom Feinsten: Maxerzählt kleine Alltagsgeschichten wie auf "King vom PrenzlauerBerg" oder "Anna'04", der lang erwarteten Fortsetzung von "A.N.N.A",bei denen es eine Freude ist zuzuhören - schließlichverzichtet Liedermacher Herre auf das übliche Gepose. DasSolo-Album ist daher nicht nur wärmstens allen Freunden desdeutschsprachigen Raps zu empfehlen, sondern all jenen, die aufgefühlvolle und aussagekräftige Melodien und Texte Wertlegen.
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