Kautionsbetrug

Pfiffige Seniorinnen ließen Betrüger abblitzen

In Linz gab es zwei Anrufe von falschen Polizisten bei älteren Damen: einmal wurden 17.000 €, einmal 72.000 € gefordert, weil Kinder in Unfälle verwickelt seien. Die pfiffigen Seniorinnen ließen die Gauner abblitzen.

Mit dem Telefonverzeichnis auf der Jagd nach betagten Opfern mit auffällig alten Vornamen: einmal klingelte diese Woche bei einer Gertrud in Linz das Telefon, und tatsächlich nahm eine 80-jährige Dame ab. Doch die vife Seniorin fiel nicht auf den üblen Kautionsbetrug hinein, immerhin wollte der Täter 70.000 Euro, sondern legte auf und zeigte den Vorfall bei der Polizei an. Und auch eine 72-jährige Gertraud ließ sich nicht einwickeln, als sie für ein Kind, dass in einen Unfall verwickelt sei, Kaution in Höhe von 17.000 Euro überweisen sollte. Auch diese Pensionistin ließ den Gauner abblitzen und erstattete Anzeige.

20 Anrufe pro Tag
„Wir hoffen, dass diese beiden Anrufe nur ein kurzes Aufflackern sind und nicht eine neuerliche Welle von Kautionsbetrügereien“, sagt Chefinspektor Gerald Sakoparnig, Leiter der Abteilung zur Betrugsbekämpfung im LKA Oberösterreich: „Wir hatten schon richtige Serien, wo das Telefon 20 Mal am Tag gescheppert hat, weil es in Linz so viele Betrugsversuche gegeben hat. Derzeit sieht es aber nicht danach aus.“

Die Gauner sitzen in Callcenter in der Türkei
Waren bei den berüchtigten Neffen-Trick Polen die Täter, so sitzen die Kautionsbetrüger in der Türkei. Beiden gemeinsam ist, dass sie schwer zu verhaften sind. Es gingen auch mehrere Erpressungsmails bei Firmen ein, in denen mit Bomben gedroht wurde. Auch hier hat niemand bezahlt.

Christoph Gantner
Christoph Gantner
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Sonntag, 17. Oktober 2021
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