"Da haben wir wirklich den schwarzen Peter gezogen!" Für Ermittler Edmund Wiesbauer gibt es im jüngsten Fall der Tankstellenserie wenig Verwertbares. "Wir wissen nur, dass der Räuber zu Fuß nach Süden, also in Richtung Ortszentrum geflüchtet ist", erklärt der Kripo-Beamte. Da es in der Nacht stark regnete, gibt es keine Spuren und keine Anhaltspunkte über den weiteren Fluchtverlauf.
Ein weiterer Umstand stimmt Wiesbauer nachdenklich: "Die Überwachungskamera, die eigentlich permanent laufen sollte, hatte einen Schaden, und so gibt es nicht einmal Bilder des vermummten Mannes." Die Polizei ist ausschließlich auf die Aussagen des Tankwarts angewiesen, der in der Nacht Dienst in der Esso-Tankstelle kurz vor der Ausfahrt Schönberg hatte.
"Der Räuber kam über einen Seiteneingang herein und schrie: Das ist ein Überfall, Geld her, schnell", erzählt Michael Povin im Gespräch mit der "Tiroler Krone". "Ich dachte zuerst eine Show, als ich aber das glänzende Metall der Pistole sah, wusste ich, wie ernst es ihm war. Er drohte mir auch mit dem Umbringen, wenn ich den Alarmknopf drücke", schildert der 37-Jährige Steinacher die dramatischen Minuten.
Povin gab dem Räuber, der Deutsch mit ausländischem Akzent sprach, das Geld. Dazu Zigaretten und zwei Flaschen Wodka, die der Mann auch gefordert hatte. Dann verschwand der Räuber und Povin war froh, "dass ich lebendig davongekommen bin!"
Der Tankwart alarmierte die Polizei, die eine sofortige Alarmfahndung einleitete - doch ohne Ergebnis.
von Stefan Ruef, Tiroler Krone
Symbolbild
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