Flut-Katastrophe

Nigeria: Zwei Mio. nach Öffnung von Dämmen auf Flucht

Ausland
25.09.2010 08:14
Nach der Notöffnung von zwei Dämmen sind im Norden von Nigeria rund zwei Millionen Menschen auf der Flucht vor den Wassermassen. Die Behörden im Teilstaat Jigawa haben am Freitag die Dämme Challawa und Tiga geöffnet und damit ein Hochwasser ausgelöst, von dem rund 5.000 Dörfer betroffen sind, wie ein Sprecher des zuständigen Gouverneurs erklärte. Zahlreiche Häuser wurden fortgespült, Viehbestände vernichtet.

Die Behörden erklärten, man habe damit begonnen, die betroffenen Familien in Schulhäusern und anderen öffentlichen Gebäuden unterzubringen. Die Regenzeit in Nigeria fiel heuer ungewöhnlich heftig aus. Ein Damm brach bereits, andere wurden überspült.

5.000 Dörfer betroffen
Es war zunächst unklar, ob die Bewohner der rund 5.000 betroffenen Dörfer vor der Öffnung der Dämme gewarnt worden waren und ob Menschen vermisst oder verletzt wurden. Im Teilstaat Jigawa leben rund vier Millionen Nigerianer, so dass rund die Hälfte der Einwohner dort auf der Flucht ist. Jigawa liegt in der trockenen Sahel-Zone südlich der Sahara.

Das Rote Kreuz in Nigeria erklärte, die Behörden arbeiteten noch daran, Berichte über Opfer zusammenzustellen. Priorität habe jetzt die Versorgung der Flüchtlinge, sagte ein Sprecher.

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