Geknickt, unter Tränen und von Schüttelfrost geplagt - ein Häufchen Elend saß am Freitag auf der Anklagebank am Landesgericht Innsbruck. In Person eines Ötztaler Bergretters (40), der den Tod eines Unbeteiligten zu verantworten hat. Und große Probleme hat, damit fertig zu werden.
Nach der Arbeit sei er gegen 19 Uhr noch ins Zentrum von Sölden gefahren, um sich mit Kollegen zu treffen. Drei Bier und drei Schnäpse später setzte er sich ans Steuer seines Wagens. Noch im Ortsgebiet geriet er auf die Gegenfahrbahn und krachte frontal in den Wagen eines jungen Burschen. Dessen Beifahrer, ein 46-Jähriger Kroate, starb. Er war nicht angeschnallt und hatte keine Überlebenschance.
Diesen Umstand bewertete der Richter als Mitschuld. Wäre er angegurtet gewesen, hätte er - so wie der Fahrer - fast hundertprozentig überlebt.
Die Unbescholtenheit des Ötztalers, sein umfassendes Geständnis, die große Anteilnahme mit den Hinterbliebenen und die Mitschuld des Opfers ließ den Richter gegen gängige Rechtssprechung urteilen: Er sprach die sechs monatige Haft auf Bewährung aus, 7.200 Euro Geldstrafe muss der Ötztaler zahlen. Nicht rechtskräftig.
von Stefan Ruef, Tiroler Krone
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