Westliga-Schlager

WSG vs. Austria – Wattens in Angst vor Hooligans

Tirol
24.09.2010 10:58
Die Angst vor Fußballhooligans geht um in Wattens. Durch die brisante Situation in den Fanlagern ist die Begegnung zwischen Austria Salzburg und dem WSG zum Spiel des Jahres in der Westliga geworden. Wenn am Samstag (18.30 Uhr) die berüchtigten Anhänger aus der Mozartstadt kommen, herrscht in Wattens Ausnahmezustand.

Vor Jahrzehnten hat er selbst bei der WSG, die damals noch anders hieß, gekickt. Heute ist er Obmann-Stellvertreter des Klubs. Bürgermeister Franz Troppmair wäre froh, wenn schon alles vorbei wäre. "Es ist ein ungutes Gefühl", sagt er nachdenklich: "Aber als positiver Mensch glaube ich, dass mit Einsicht und all den Maßnahmen, die getroffen werden, alles gut über die Bühne geht. Wir vertrauen da auch auf die Funktionäre der Austria Salzburg."

Aber dass es jemals überhaupt so weit kommen würde: Die Kristall-Metropole aus Angst vor den violetten und schwarzgrünen Hooligans im Ausnahmezustand. Das Problem sind nämlich nicht nur die Salzburger Rowdys, sondern die Rivalität mit dem gewaltbereiten Kern der Wacker-Fans. Die haben sich in Internet-Foren trotz zeitgleichen Heimspiels des Bundesliga-Tabellenführers gegen Wiener Neustadt in Wattens angesagt.

Aus dem verträumten Alpenstadion, wo WSG-Sportboss Robert Auer sonst jeden Zuschauer per Handschlag begrüßen kann, wird am Samstag ein Hochsicherheitstrakt. 700 Salzburger sollen kommen. "Es ist alles machbar", meinte Auer am Donnerstag nach der Begehung: "Gemeinsam schaffen wir das." Geld für die erhöhten Auflagen gibt’s von der Gemeinde allerdings keines. "Wir helfen dem Klub mit anderen Mitteln, wo's geht", so Amtsdirektor Michael Schmadl, in dessen Zuständigkeitsbereich das Match fällt. Das nach einem Vorstandsbeschluss der WSG bereits abgesagt war. Erst der von Tirols Fußball-Präsident Sepp Geisler am Montag einberufene große Sicherheitsgipfel führte zu einem Umdenken, damit zu einer sportlichen Lösung.

Am Donnerstag wurden die Ärmel hochgekrempelt. Zu tun gab's und gibt’s auch am Freitag noch genug. Die Salzburg-Anhänger sollen gar nicht erst in Berührung mit anderen kommen. Die Ost-Tribüne ist deshalb nur für die Violetten reserviert. Mit eigenem Eingang und eigenen WC-Anlagen. Einen Vorgeschmack auf das, was die Wattener erwarten könnte, gab's vergangene Saison in der zweiten ÖFB-Cup-Runde gegen Sturm Graz. Da kam es nach dem Spiel zu Ausschreitungen mit Wacker-Fans.

von Alexander Tramposch, Tiroler Krone
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