28.08.2020 15:21 |

Bereits im Einsatz

Banksy spendet Schiff zur Rettung von Flüchtlingen

Der britische Streetart-Artist Banksy, dessen Identität ein gut behütetes Geheimnis ist, hat ein Schiff zur Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer gespendet. Das Fahrzeug namens Luise Michel wurde von dem Künstler auch bemalt - das Design ist in Pink gehalten. Banksy verewigte darauf ein Mädchen mit Schwimmweste und einem herzförmigen Rettungsring.

Die Hilfsorganisation Sea-Watch berichtete von der Aktion auf Twitter: „Ein Schiff gesponsert und bemalt von #Banksy, eine erfahrene Such- und Rettungsmannschaft aus ganz Europa - die MV Louise Michel sicherte bereits zwei Einsätze der Sea Watch 4 und hat jetzt selbst 89 Menschen gerettet. Wir sind begeistert über die rosa Verstärkung!“

Banksy nahm zu „Sea-Watch“-Kapitänin Kontakt auf
Banksys Beteiligung an der Rettungsaktion geht der Zeitung zufolge auf eine E-Mail zurück, die er im September 2019 an die deutsche „Sea-Watch“-Kapitänin Pia Klemp geschickt hatte. In ihr habe es geheißen, er - Banksy - habe Klemps Geschichte in der Zeitung gelesen. „Du klingst, als ob Du ein harter Typ bist. Ich bin ein Künstler aus dem Vereinigten Königreich und habe einige Arbeiten über die Flüchtlingskrise gemacht, offensichtlich kann ich das Geld nicht behalten. Könnten Sie es benutzen, um ein neues Schiff oder etwas Anderes zu kaufen? Lassen Sie es mich bitte wissen. Gut gemacht. Banksy.“

Klemp, die die Mail laut „Guardian“ zunächst für einen Scherz gehalten hatte, glaubt mittlerweile, Banksy habe sie wegen ihrer politischen Einstellung ausgewählt. „Ich sehe die Seenotrettung nicht als eine humanitäre Aktion, sondern als Teil eines antifaschistischen Kampfes“, sagte sie der britischen Zeitung „Guardian“. Sie habe deutlich gemacht, dass sich Banksys Beteiligung an den Operationen auf die Bereitstellung finanzieller Unterstützung beschränke. „Banksy wird nicht so tun, als wüsste er besser als wir, wie man ein Schiff führt, und wir werden nicht so tun, als seien wir Künstler.“

Schiff ist seit Mitte August im Einsatz
Die Zeitung schrieb, das Schiff sei am 18. August in Valencia ausgelaufen und befinde sich nun im Mittelmeer, wo es am Donnerstag 89 Menschen in Not gerettet habe, darunter 14 Frauen und vier Kinder. Nun werde ein sicherer Hafen gesucht, um die Passagiere von Bord zu bringen.

Die 31 Meter lange Motorjacht gehörte früher der Zeitung zufolge den französischen Zollbehörden. Sie ist kleiner, aber wesentlich schneller als andere NGO-Rettungsschiffe. Die „Louise Michel“ könne „hoffentlich die sogenannte libysche Küstenwache überholen“, bevor diese Boote mit Flüchtlingen und Migranten erreiche und sie in die Internierungslager in Libyen zurückbringe, sagte Klemp.

Gesellschaftskritisch und kontrovers
Banksys Identität gibt nach wie vor Rätsel auf. Bekannt ist, dass er aus Bristol im Südwesten Englands stammt und Ende der 90er Jahre nach London kam. Einen Namen machte er sich mit gesellschaftskritischen und meist kontroversen Motiven, die oft überraschend auftauchen. Er thematisierte zum Beispiel auch Obdachlosigkeit, Konsumverhalten und die Coronakrise.

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