12.08.2020 13:30 |

„Krone“-Interview

Staatssekretär auf Wasserstoff-Werbetour in Tirol

Zwei mit Terminen vollgespickte Tage verbrachte Infrastruktur-Staatssekretär Magnus Brunner (ÖVP) zu Beginn dieser Woche in Tirol. Einer galt der „Krone“. Der gebürtige Vorarlberger, der mit einer Tirolerin verheiratet ist und auch in Innsbruck Rechtswissenschaft studiert hat, ist derzeit auf Bundestour, um das Thema Wasserstoff zu forcieren. Aber auch der Flughafen Innsbruck war Gesprächspunkt beim großen Interview.

„Krone“: Herr Staatssekretär: Wasserstoff als Energieträger der Zukunft ist in vieler Munde. Wie steht Tirol hier da, sind wir auf einem guten Weg?
Brunner:
Tirol hat bereits einige Vorarbeiten geleistet, ist auf einem guten Weg. Nicht zuletzt ist ja die neue Zillertalbahn, die ab 2024 mit Wasserstoff betrieben wird, ein bundesweites Vorzeigeprojekt. Ideal ist, dass es im Zillertal ja Wasserkraftwerke gibt, sprich die Produktion von Wasserstoff nicht dezentral, sondern in der Region erfolgen kann.

Ist Wasserstoff als Energieträger ein Allheilmittel?
Der Einsatz von Wasserstoff kann grob auf drei Anwendungsgebiete eingegrenzt werden. Erstens für die Industrie. Hier ist etwa die Firma Thöni in Telfs ein großer Player in Tirol. Und ich bin ja auch mit dem Tiroler Wasserstoffkoordinator Arthur Thöni in Kontakt. Zweitens zum Speichern von Energie vom Sommer in den Winter hinein, was bisher nur mit großen Pumpspeicherkraftwerken möglich war. Und drittens in der Mobilität, vor allem beim Transport. Ob mit dem Zug oder – das ist für Tirol aufgrund der Transitproblematik interessant – für Lkw, die lange Wege zurücklegen. Wir dürfen aber nicht E-Mobilität und Wasserstoff gegenseitig ausspielen.

Wie sieht es mit dem Erreichen der Klimaschutzziele aus? Österreich muss bis 2030 36 Prozent des CO2 reduzieren und will bis 2040 überhaupt CO2-neutral sein?
Das sind sehr ambitionierte Ziele. Deshalb braucht es weitere Innovationen für erneuerbaren Strom, sprich in den Energiebereichen Wind, Wasser, Photovoltaik und Biomasse. Wir müssen auf alle diese Technologien setzen. Jede Kilowattstunde aus erneuerbarer Energie wird benötigt, um das Ziel CO2-Neutralität bis zum Jahr 2040 zu erreichen.

Sind Windräder für Tirol überhaupt ein Thema?
Nein. Tirol ist kein Windkraftland, nicht zuletzt aufgrund der hohen Berge. Für Windkraft braucht es flache Strukturen mit konstantem Wind. Da sind Berge ein Hindernis. Tirol ist aber ein Wasserkraftland.

Themenwechsel: Corona hat große wirtschaftliche Schäden ausgelöst, unter anderem auch Teile der Infrastruktur zum Erliegen gebracht. Vor allem die Flugbranche ist schwer betroffen.
Die Flugbranche war eine der ersten schwer betroffenen und wird auch eine der letzten betroffenen Bereiche sein. Jetzt beginnt sie langsam wieder hochzufahren. Vor dem Jahr 2024 wird diese Branche nicht annähernd auf dem Niveau sein wie vor Corona – wenn sie überhaupt jemals wieder dieses Niveau erreichen wird.

Die AUA hat die Flüge von Wien nach Salzburg gestrichen. Wie sieht es mit dem Flughafen Innsbruck aus?
Innsbruck war bei den Verhandlungen mit der AUA kein Thema. Es war klar definiert, dass wenn ein Ziel mit einer Alternative deutlich unter drei Stunden zu erreichen ist – was von Salzburg nach Wien kein Problem ist –, keine Flüge mehr gehen sollen. Das trifft auf Innsbruck nicht zu. Innsbruck als Regionalflughafen hat also Zukunft.

Claus Meinert
Claus Meinert
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