10.08.2020 18:10 |

Gericht in Israel:

Armee darf Attentäter-Wohnung nicht zerstören

Israels Höchstgericht hat am Montag die Zerstörung einer palästinensischen Wohnung im Westjordanland verboten. Diese gehört einem Palästinenser, der wegen der Tötung eines israelischen Soldaten vor Gericht steht. Das Gericht begründete die Entscheidung damit, dass die Ehefrau und die acht Kinder des mutmaßlichen Attentäters noch in der Wohnung lebten. Daher dürfe nur das Zimmer des im Juni angeklagten Palästinensers versiegelt werden.

Der 49-jährige Angeklagte soll am 12. Mai während einer Razzia der Armee einen Felsbrocken aus der Wohnung geschleudert haben. Dieser Brocken traf einen Soldaten, der tödlich verwundet wurde. Die Armee suchte danach intensiv nach dem Täter, der knapp einen Monat später gefasst wurde.

Jessica Montell, Leiterin der Menschenrechtsorganisation Hamoked, begrüßte die Entscheidung des Gerichts, „die eine Mutter und ihre acht Kinder, gegen die es keine Vorwürfe von Fehlverhalten gab, vor der Obdachlosigkeit rettet“. Sie forderte gleichzeitig ein umfassendes Verbot der umstrittenen Häuserzerstörungen, die Israel als Abschreckungsmittel einsetzt.

Netanyahu sieht im Urteil „großen Fehler“
Der rechtskonservative israelische Regierungschef Benjamin Netanyahu kritisierte die Gerichtsentscheidung in einem Tweet als „großen Fehler“. Man dürfe „dem Terror keinen Rückenwind verleihen“. Er forderte eine neue Verhandlung und betonte, Israel werde weiter „Häuser von Terroristen zerstören“.

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