08.08.2020 13:00 |

Kaisers

Tötungsgatter: Vorgehen kostete knapp 13.000 Euro

LA Alexander Gamper (FPÖ) stellte an LH-Stv. Josef Geisler die schriftliche Anfrage „Behördlich angeordnete Tötung von Rotwild in der Gemeinde Kaisers“. Darin hatte er 81 Fragen aufgelistet. Geisler retournierte am Mittwoch die Antworten. Diese enthalten Details, die derart explizit noch nicht kommuniziert wurden.

Die achtseitige Anfragebeantwortung enthält einige konkrete Aussagen. Die „Krone“ hat die aufschlussreichsten zusammengefasst:

  • Die Landesveterinärdirektion und der Amtstierarzt haben die Tötung im Gatter in Auftrag gegeben.
  • Es wurde ein Jäger betraut, dessen Befähigung aufgrund von Erfahrungen zu früheren ähnlichen Maßnahmen amtsbekannt war. Auch sein Helfer ist ein ausgebildeter Jäger. Personifizierte Angaben gibt es keine.
  • Für das Vorgehen wurden 12.954,94 Euro an Kosten abgegolten. Darin inkludiert sind sowohl Planung, Erkundung, Vorbereitung, Probelauf und Reisespesen als auch Unterstützung beim Abtransport der Tiere und bei der Probeentnahme. Die Bezahlung erfolgte aus Mitteln des Tierseuchenfonds. Die Kosten der eigentlichen Tötungsaktion werden an den Jagdausübungsberechtigten weiterverrechnet.
  • Das Rotwild wurde mit folgenden zwei Waffen erlegt: Steyr Mannlicher Repetierer mit Schalldämpfer Aseutra und Nachtsichtgeräte mit Adapter Dedal NV. Munition: 270 Winchester RWS H Mantel 8,4 gr.
  • Die am Gatter installierten Kameras dienten vor der Aktion dem Zweck, einen Überblick über den Zu- und Wegzug des Wildes zu erhalten. Die Anlage war nicht dazu installiert und entsprechend auch nicht geeignet, eine lückenlose Videodokumentation aufzuzeichnen.

Tierschutzombudsmann wurde nicht informiert

  • Bezüglich der Frage, ob LH-Stv. Josef Geisler und LH Günther Platter im Vorhinein von der Aktion wussten, heißt es: „Es erfolgte eine grundsätzliche Information über das Erkenntnis des Landesverwaltungsgerichtes im Oktober 2019.“
  • Martin Janovski, der Tierschutzombudsmann für das Land Tirol, war vorab nicht über die bevorstehende Keulung informiert. Weder er, noch seine Mitarbeiter waren in Kaisers anwesend.

„Eine Einlasskontrolle ist hier nicht möglich“

  • Der Letztverantwortliche zur Durchführung der Keulung im Gatter in Kaisers ist der zuständige Bundesminister Rudolf Anschober.
  • Zur Frage, ob eine Obergrenze für zu tötendes Wild im Gatter festgelegt wurde, heißt es: „Auf Tierschutzgründen ist es unerlässlich, sämtliches im Gatter befindliches Wild zu erlegen. Eine ,Einlasskontrolle’ ist bei Wildtieren nicht möglich.“
  • Bei allen insgesamt 34 erlegten Stück wurden Proben entnommen – und zwar von jedem der erlegten Tiere zumindest vier Einzelproben.
  • Insgesamt acht Tiere wurden positiv auf TBC getestet.
  • Grundsätzlich werden im Gemeindegebiet von Kaisers rund 500 Rinder aus dem Lechtal, aber vor allem aus dem Bezirk Landeck gealpt.
  • In den Jahren 2008 bis 2019 wurde in Tirol in 38 Rinderbeständen Tbc amtlich festgestellt, davon in 26 Beständen im Lechtal.
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