"Erst nach Urteil"

“Feuerteufel” nicht aus der Feuerwehr verbannt

Oberösterreich
17.09.2010 09:15
Ein 32-jähriger Feuerwehrmann aus Reichenthal soll laut Polizei acht Brände gelegt haben. Motiv: Private und berufliche Probleme. "Es ist grauslich. Aber ein Einzelfall unter mehr als 92.000 Feuerwehrleuten in Oberösterreich", sagte Landesbranddirektor Johann Huber. Einen Ausschluss aus der Feuerwehr ohne Gerichtsurteil gebe es nicht.

"Krone": Wie reagiert man bei der Feuerwehr auf den Vorfall?
Johann Huber: Wir sind bestürzt, und es wirft einen Schatten auf das gute Bild der Feuerwehr. Aber in der Bevölkerung werden die positiven Leistungen hoffentlich mehr beachtet. Zwischen den Serienbrandlegungen in St. Georgen an der Gusen und jetzt in Reichenthal liegen zehn Jahre. In dieser Zeit gab es mehr als 500.000 Einsätze für die Bevölkerung

"Krone": Wie gehen Sie mit dem beschuldigten Kameraden um?
Huber: Wir warten einen etwaigen Prozess ab. So lange passiert von unserer Seite nichts. Wenn es zu einem vollen Schuldspruch kommt, ist natürlich auch ein Ausschluss aus der Feuerwehr möglich.

"Krone": Gibt's eine Möglichkeit, potenzielle Brandleger schon vor dem Eintritt in die Feuerwehr auszusieben?
Huber: Wir können nicht von jedem ein psychologisches Profil machen lassen. Und die Gründe, warum jemand zum Brandleger wird, sind so unterschiedlich. Die wenigsten machen es aus Geltungssucht. Aber bei der Ausbildung wird immer darauf hingewiesen, was Brandleger für Schaden anrichten. Und dass sie ihr eigenes Leben auch verpfuschen.

von Markus Schütz ("OÖ Krone") und ooe.krone.at

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