05.08.2020 06:30 |

2 Grazerinnen erzählen

Leben im Ausland: Steirer mitten im Corona-Chaos

Eine Grazerin erlebt mit ihrer Familie den Ausnahmezustand in Australien, Polizei und Militär kontrollieren das nächtliche Ausgangsverbot. Und eine Wahl-Amerikanerin erzählt über den Covid-Alltag in Florida.

Katastrophenzustand, Ausgangssperren - während man in Österreich noch hofft, sie irgendwie zu vermeiden, ist sie im australischen Bundesstaat Victoria längst angekommen: die zweite Corona-Welle. Nachdem zuletzt 671 neue Covid-19-Fälle binnen 24 Stunden registriert wurden, hat sich die Regierung zu einem zweiten Lockdown entschlossen.

Besonders prekär ist die Situation in Melbourne. Die Fünf-Millionen-Metropole hält bei knapp 11.000 Infizierten - Tendenz stark steigend. „Wir haben jetzt Winter, die Immunsysteme der Menschen sind da wohl ohnehin angeknackst, und das hat die Situation jetzt noch einmal verschärft“, sagt Conny Wladkowski. Die Grazerin lebt seit Jahren mit ihrer Familie in einem Vorort von Melbourne.

Auch die Autowerkstatt und der Gebrauchtwagenverkauf ihres Lebensgefährten Anthony sind seit Montag geschlossen - so wie Schulen, Kindergärten und alle Geschäfte außer des Lebensmittelhandels. Das Leben an der australischen Südostküste steht förmlich still. „Die Arbeitslosigkeit ist explodiert, und auch für unser Unternehmen ist die Situation natürlich alles andere als einfach. Ohne die staatliche Unterstützung hätten längst viel mehr Firmen zusperren müssen.“

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Im ersten Lockdown waren noch viele Geschäfte offen – jetzt ist alles zu. Wir springen von einer Krise in die nächste.

Conny Wladkowsky

Es scheint, als ob das Jahr 2020 für die Region unter keinem guten Stern stehen würde: Zuerst tobten Buschfeuer, dann kam gleich der erste Lockdown. „In Österreich gibt es wenigstens einen Hauch von Normalität - wir springen hier von einer Krise in die nächste“, atmet Wladkowski durch.

Jetzt patrouillieren Soldaten und Polizisten auf den Straßen. Zum einen, um die nächtliche Ausgangssperre zu kontrollieren, und dazu darf sich niemand weiter als fünf Kilometer von seinem Wohnort entfernen. „Dazu kommt, dass sich immer wieder Leute, die positiv getestet wurden, nicht an die Quarantäne halten.“

Sorge vor Corona-Schub im US-Staat Florida
Szenenwechsel: Die gebürtige Grazerin Christine Mack, die seit 27 Jahren mit ihrer Familie in Florida lebt, ist gerade vom Steiermark-Urlaub nach Amerika zurückgekehrt. „Nicht mit dem besten Gefühl“, schildert sie. „Wir sind mitten in der Angst vor einem neuen Hurrikan gelandet - wir waren ja schon einige Male auf der Flucht davor und wussten jedes Mal nicht, ob unser Haus noch steht, wenn wir zurückkommen.“ Und dazu gäbe es hier in Florida einen Schub bei Corona-Fällen. „Der Schulanfang, der für meinen Sohn Martin am 10. August hätte sein sollen, wurde bereits drei Wochen nach hinten verschoben.“

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In Österreich ist das Corona-System klarer. Hier in Florida gibt es einen Fleckerlteppich, und das verunsichert.

Christine Mack kam gerade aus Graz nach Florida zurück

In der Steiermark hätte sie sich eigentlich sicherer gefühlt, „weil hier auch die Vorgaben klarer sind und für alle gelten. In Florida ist alles von Bezirk zu Bezirk verschieden. Allein bei Mundschutz: Viele Geschäfte trauen sich nicht, ihn zu verlangen, weil sie Wettbewerbsnachteile befürchten.“ Rückblickend hatte Christine auch viel Glück: „Wir haben uns gegen einen Ausflug nach Velden entschieden, weil uns da zu viele Touristen waren. Also haben wir uns einen Ort gesucht, wo ,sicher nichts passieren kann’.“ Sie war mit Familie dann im Weißen Rössl am Wolfgangsee - wo es Infektionen gab. „Aber keine Sorge, wir sind alle okay.“

Von
Christa Blümel
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