Experten haben den Anstieg häuslicher Gewalt durch den Lockdown befürchtet. Aktuelle Zahlen bestätigen leider ihre Prognosen. 787 Betretungsverbote wurden von der Polizei in den ersten sechs Monaten des Jahres ausgesprochen. Das sind um 119 mehr als im Vergleichszeitraum 2019. Im gesamten Jahr 2018 wurden 1142 Fälle registriert. Hinter Wien (2222) und Niederösterreich (1372) lag Oberösterreich auf dem dritten Rang.
Opfer sollen sich melden
Zurück zum laufenden Jahr: Während es bei einigen der 22 Beratungsstellen in den Bezirken lediglich zu einem leichten Anstieg kam, ist etwa bei der Frauenberatung Wels die Beratung um das Doppelte gestiegen und das Frauenhaus Wels war bis Ende Mai zur Gänze ausgelastet. Bei LH-Vize und Frauenlandesrätin Christine Haberlander (VP) schrillen die Alarmglocken: „Gewalt gegen Frauen und Kinder hat in Oberösterreich keinen Platz – weder körperlich noch verbal.“ Sie appelliert an alle, die sich bedroht fühlen oder Opfer von Gewalt wurden, sich zu melden: „Denn wir können nur gegen jene Gefährder vorgehen, die uns auch bekannt sind!“
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