22.07.2020 08:30 |

16-Jähriger verurteilt

Schreckschuss ins Gesicht bei Drogen-Deal in Tirol

Die Umtriebe von Oberländer Jugendcliquen bezeichnete der Staatsanwalt als „Super Blase“, der man zuletzt aber die Luft abgedreht hatte. Die Spitze des Eisbergs mit Cannabis-Delikten, Einbrüchen und Schlägereien war ein Raub bei einem Drogengeschäft. Ein erst 16-Jähriger schoss dem Verkäufer dabei mit einer Schreckschusspistole mitten ins Gesicht! Dafür saß er nun vor Gericht.

Seit Oktober 2019 liefen die Ermittlungen gegen den schmächtigen jungen Einheimischen und 14 weitere Straftäter. „Sie haben nichts wie Dummheiten gemacht, eine nach der anderen“, schüttelte der Staatsanwalt den Kopf. Nichts war aber derart gravierend, wie die Tat des 16-Jährigen im Jänner: Beim Kauf von Cannabis kamen er und ein Mittäter auf die Idee, das Suchtgift nicht zu bezahlen, sondern den Dealer „abzuziehen“, wie es im Szenejargon heißt. Dies passierte auf die denkbar brutale Art – indem man dem jungen Mann mit einer Schreckschusswaffe samt Reizgasmunition kurzerhand ins Gesicht schoss.

Riesenglück: Das Opfer kam recht glimpflich davon und erzählte vom Raub, als er bald darauf selbst von der Polizei geschnappt wurde.

Verhaftet nach Einreise
Der 16-Jährige mit abgebrochener Maurerlehre hatte sich da schon nach Deutschland zu seiner Freundin abgesetzt. Nach einer Einreise im Mai in Tirol wurde er verhaftet. „In der Justizanstalt hat er dann sofort gemerkt, dass das nicht seine Zukunft sein kann“, erklärte die Verteidigerin. Die Haft habe einen bleibenden Eindruck auf den 16-Jährigen gemacht, er sei nun geläutert. Indiz dafür ist, dass der Jugendliche in der Haft den Hauptschulabschluss nachholte. „Ich will mein Leben wieder auf die Reihe bekommen“, lautete sein Schlusswort beim Prozess am Dienstag.

„Letzte Chance“
Der Schöffensenat unter Gerhard Melichar gewährte mit dem bereits rechtskräftigen Urteil eine „letzte Chance“ - von 20 Monaten Haft muss der Oberländer nur sechs unbedingt absitzen. Zwei Monate U-Haft werden angerechnet, beim Rest winkt dem jugendlichen Ersttäter eine Halbierung. Im günstigsten Fall könnte der 16-Jährige ab 1. September in Deutschland sein fixiertes neues Lehrverhältnis antreten.

Andreas Moser
Andreas Moser
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