14.07.2020 15:30 |

Beratung für Firmen

„Eine Krise zeigt, wie Notfälle geübt wurden“

Spätestens seit dem Lockdown und den verordneten Maßnahmen seitens der Regierung in der Corona-Pandemie dürfte klar geworden sein, dass für Unternehmen eine gute Vorbereitung auf Krisen das Um und Auf ist. In Tirol haben sich der Katastrophenmanager Tobias Höllbacher und die Organisations- und Gesundheitspsychologin Barbara Hellweger zusammengeschlossen. Die beiden begleiten Firmen durch diverse Krisen und bereiten sie auf solche auch intensiv vor.

Sicherheit und die Gewissheit, dass eine Krise gut überstanden wird – diese beiden Faktoren braucht es, damit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihrer täglichen Arbeit bestmöglich nachgehen können. Für die Vermittlung dieser Gefühle ist die Chefetage verantwortlich. Trotz sich dauernd ändernder Rahmenbedingungen – wie zum Beispiel in den vergangenen Monaten – muss sie signalisieren, dass alles in Ordnung ist. Für die Chefinnen und Chefs kann diese Herausforderung zu psychischen Belastungen führen. Um das zu vermeiden, ist Resilienz, die psychische Widerstandskraft, von allergrößter Bedeutung.

Hellweger: „Resilienz kann trainiert werden“
Personen mit einer hohen Resilienz zeichnen sich vor allem durch eine optimistische Grundhaltung, Selbstvertrauen und Lösungsorientierung aus. Außerdem können sie Dinge, die nicht beeinflussbar sind, besser akzeptieren. „Die persönliche Resilienz ist messbar und trainierbar“, schildert Hellweger, die seit mehreren Jahren Führungskräfte in Unternehmen begleitet. Ein persönliches Coaching kann für die Steigerung der Resilienz hilfreich sein. 

Ist diese Grundlage vorhanden, spielt die Kommunikation während einer Krise eine entscheidende Rolle. Transparenz und ein authentischer Dialog sind dabei ebenso wichtig wie das Zeigen von Stärke bei Entscheidungen und Umsetzungen. So gewinnt die Belegschaft das nötige Vertrauen.

Höllbacher: „Krisenstab im Vorfeld etablieren“
Für Höllbacher ist der Aufbau eines Krisenstabes von zentraler Bedeutung, um sicher durch turbulente Zeiten zu kommen. Der ausgebildete Krisen- und Katastrophenmanager war selbst schon in derartigen Stäben tätig: „Die Etablierung eines Krisenstabes sowie eine Risikoanalyse im Vorfeld möglicher Krisen machen absolut Sinn. Die Risikoanalyse dient der Bewertung möglicher Szenarien, der Stab zielt durch Prävention auf Zeitgewinn in der jeweiligen Krise ab.“

Arbeitssituation, Abläufe, Organisation und Kommunikation werden dabei durchleuchtet. Als Beispiel nennt Höllbacher ein Szenario aus der Luftfahrt: „Bei einem Notfall im Cockpit ist keine Zeit für basisdemokratische Entscheidungen. Vielmehr zeigt sich jetzt, wie gut die Crew Notfälle trainiert hat und wie gut Zuständigkeiten sowie Kommunikationswege geregelt sind.“

Aus der Krise fit für die Zukunft werden
Für Unternehmen, die bisher keinen Krisenstab hatten, bietet sich gerade jetzt die Gelegenheit, einen solchen aufzubauen. „Krisen wirken wie ein Vergrößerungsglas“, zeichnet Hellweger ein passendes Bild, „Stärken und Schwächen werden verstärkt und kommen oftmals in noch nie dagewesener Intensität zum Ausdruck.“ Gerade jetzt könne Gutes vom Schlechten unterschieden werden. Was hat besonders gut durch die Krise geholfen? Welche Strukturen sollten beibehalten werden, welche noch verstärkt werden? Die Ergebnisse aus der Beantwortung dieser Fragen werden in einer Steuergruppe diskutiert. Daraus entstehen in weiterer Folge Maßnahmen zur Aufrechterhaltung beziehungsweise Steigerung von Sicherheit, Gesundheit, Effizienz, Zufriedenheit und Identifikation mit dem Unternehmen.

Förderung von Land und Wirtschaftskammer
Hellweger und Höllbacher sind sich einig, dass mit einer professionell begleiteten Optimierung der Arbeitsorganisation, der Kommunikation und der Sicherheit sowie der Errichtung eines Krisenstabes Unternehmen fit für weitere Krisen sind. Aktuell beraten sie sechs Unternehmen in Tirol. Vom Land und der Wirtschaftskammer werden derartige Beratungen unter gewissen Voraussetzungen auch gefördert.

Manuel Schwaiger
Manuel Schwaiger
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