"Solche Blödheiten drehe ich nun alle ab. Im Zweifelsfall schicken wir eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft wegen Betrugsverdachts", erklärte Ragger im "Krone"-Interview. Tatsächlich ist sein Sozialressort ständig mit Unverfrorenheiten konfrontiert, die offenbar lange nicht aufgefallen sind. "Da ist etwa ein Veranstalter, der um Unterstützung für eine Konzertreise mit behinderten Kindern angesucht hat. Das Geld hat er natürlich bekommen – aber die Kinder waren nie bei dem Konzert", ist Ragger grantig. "Da es in dem Bereich schon mehrmals Ärger gegeben hat, wurde auch bereits die Justiz eingeschaltet!"
Auch ein weiterer Behindertenbetreuer hat sich kräftig aus dem Sozialtopf bedient. "Er betreibt auf Kosten des Landes zwei Wohnungen mit jeweils vier Beeinträchtigten. Und kassiert dafür pro Jahr 50.000 Euro in die eigene Tasche!"
Insgesamt sollen so jährlich gut zehn Millionen Euro "spazieren gehen", wie’s der Landesrat nennt. Er spart jetzt auch bei seinem "Notfalltopf": "Bei meiner Vorgängerin war der leer. Ich habe von den 600.000 Euro noch ein Drittel übrig, weil ich alles prüfen lasse. Die Transparenzdatenbank wird da auch viel Geld ersparen, weil man sieht, wer was wo schon bekommen hat."
von Kerstin Wassermann, "Kärntner Krone"
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