Landtagsabgeordneter Fritz Dinkhauser, Obmann der Liste Fritz, forderte am Freitag in einer Pressekonferenz personelle Konsequenzen. In Richtung des Verbands-Geschäftsführers, Johannes Schweisgut, sagte Dinkhauser: "Ich glaube er hat ausgedient“. Außerdem will die Liste Fritz eine Rechnungshof-Prüfung der Landwirtschaftskammer erreichen.
Dinkhauser kritisierte vor allem die Mehrfachfunktionen Schweisguts, der bis 2006 für die ÖVP im Nationalrat saß. Er sei nicht nur Pferdereferent der Landwirtschaftskammer, Geschäftsführer und Zuchtleiter des Haflinger Pferdezuchtverbandes und Präsident der Welt Haflinger Vereinigung, sondern auch noch Alleingesellschafter der Firma Imex, die Haflinger importiert und exportiert. Dieses Netzwerk gehöre entflechtet.
Dinkhauser: "Förderungen an eigenen Zuchtverband"
Schweisgut verdiene in diesem Jahr als Pferdereferent der Landwirtschaftskammer 2.988 Euro netto, 14 Mal pro Jahr, zählte Dinkhauser auf. Den Großteil dieses Jahresgehalts von 71.503 Euro brutto würden mit 57.024 Euro die Tiroler Steuerzahler bezahlen. Schweisgut sei gleichzeitig Angestellter der Landwirtschaftskammer und vergebe Förderungen an den Haflinger Pferdezuchtverband, dessen Geschäftsführer und Zuchtleiter er sei. Eine solche Fütterungsaktion auf Kosten der Steuerzahler sei nicht im Sinne der Züchter. Schweisgut solle deshalb seinen Posten in der Landwirtschaftskammer zur Verfügung stellen.
Gegenstand der Sonderprüfung des Landesrechnungshofes, die auf die gemeinsame Initiative der drei Oppositionsparteien, Liste Fritz, Grüne und FPÖ zurückging, war, ob die vom Land Tirol gewährten Förderungen widmungsgemäß verwendet werden. Der Rechnungshof empfahl unter anderem, dass in der Satzung des Verbandes der Landwirtschaftskammer wieder umfassende Kontroll- und Beschlussrechte eingeräumt werden. Diese Rechte wurden aus der Satzung entfernt, stellte der Rechnungshof fest.
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