Rücktritt gefordert

Kritik am Fohlenhof Ebbs schlägt nun politische Wellen

Tirol
03.09.2010 13:22
Die Kritik des Landesrechnungshofes an der Finanzgebarung des Haflinger Pferdezuchtverbandes und dessen Wirtschaftsbetrieb, den Fohlenhof Ebbs, schlägt politische Wellen. Der Rechnungshof sieht unter anderem Einsparungspotenzial bei den Ausgaben für Öffentlichkeitsarbeit und stellt fest, dass es ohne steigende (Sonder-)Förderungen derzeit nicht möglich sei, ein betriebswirtschaftlich ausgeglichenes Ergebnis zu erwirtschaften.

Landtagsabgeordneter Fritz Dinkhauser, Obmann der Liste Fritz, forderte am Freitag in einer Pressekonferenz personelle Konsequenzen. In Richtung des Verbands-Geschäftsführers, Johannes Schweisgut, sagte Dinkhauser: "Ich glaube er hat ausgedient“. Außerdem will die Liste Fritz eine Rechnungshof-Prüfung der Landwirtschaftskammer erreichen.

Dinkhauser kritisierte vor allem die Mehrfachfunktionen Schweisguts, der bis 2006 für die ÖVP im Nationalrat saß. Er sei nicht nur Pferdereferent der Landwirtschaftskammer, Geschäftsführer und Zuchtleiter des Haflinger Pferdezuchtverbandes und Präsident der Welt Haflinger Vereinigung, sondern auch noch Alleingesellschafter der Firma Imex, die Haflinger importiert und exportiert. Dieses Netzwerk gehöre entflechtet.

Dinkhauser: "Förderungen an eigenen Zuchtverband"
Schweisgut verdiene in diesem Jahr als Pferdereferent der Landwirtschaftskammer 2.988 Euro netto, 14 Mal pro Jahr, zählte Dinkhauser auf. Den Großteil dieses Jahresgehalts von 71.503 Euro brutto würden mit 57.024 Euro die Tiroler Steuerzahler bezahlen. Schweisgut sei gleichzeitig Angestellter der Landwirtschaftskammer und vergebe Förderungen an den Haflinger Pferdezuchtverband, dessen Geschäftsführer und Zuchtleiter er sei. Eine solche Fütterungsaktion auf Kosten der Steuerzahler sei nicht im Sinne der Züchter. Schweisgut solle deshalb seinen Posten in der Landwirtschaftskammer zur Verfügung stellen.

Gegenstand der Sonderprüfung des Landesrechnungshofes, die auf die gemeinsame Initiative der drei Oppositionsparteien, Liste Fritz, Grüne und FPÖ zurückging, war, ob die vom Land Tirol gewährten Förderungen widmungsgemäß verwendet werden. Der Rechnungshof empfahl unter anderem, dass in der Satzung des Verbandes der Landwirtschaftskammer wieder umfassende Kontroll- und Beschlussrechte eingeräumt werden. Diese Rechte wurden aus der Satzung entfernt, stellte der Rechnungshof fest.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Tirol
03.09.2010 13:22
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Tirol
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung