02.09.2010 17:43 |

Fehlverhalten

Warum es immer mehr Kuhattacken in Kärnten gibt

Immer öfter werden Kuhattacken von den Kärntner Almen gemeldet. Meist werden Wanderer von Weidevieh angegriffen und sogar verletzt. "Viele Tiere sind einfach nicht mehr richtig an den Menschen gewöhnt. Das führt zu Übergriffen", glaubt Tiertransportinspektor Alexander Rabitsch. Ein weiteres Risiko: Hunde.

"Die Almhaltung ist in Kärnten ein großes Kulturgut, das aber leider stetig schrumpft", sagt der Ferlacher Tierarzt. Dennoch kommt es vermehrt zu Angriffen auf Wanderer, die Weiden queren wollen. "Ein Problem stellt die Laufstallhaltung bei den Landwirten dar. Die Tiere haben kaum noch Kontakt zum Menschen. Die eigentliche Zähmung geht verloren", weiß Rabitsch.

Das heißt, dass Kühe dem Menschen gegenüber Scheu zeigen und dann versuchen, den Herdenverband vor dem Eindringling zu beschützen. "Deshalb wäre es wichtig, dass Kühe, die auf Almen kommen, den Kontakt mit Menschen gewohnt sind", erklärt Rabitsch. Die "Demeter-Haltung" zeige das vor, so der Tierarzt. Hiebei werden die Kühe zwei mal täglich angehängt und angefasst.

Missverständnisse zwischen Mensch und Tier
Oft kommt es auch zu Missverständnissen zwischen Mensch und Tier. "Wanderer geraten in Panik, wenn eine Gruppe Kühe auf sie zugerennt. Die Vieher sind sehr neugierig und wollen normalerweise nur die Situation begutachten. Zu flüchten, ist dabei nicht ratsam, denn das spornt erst recht zur Verfolgung an", weiß der Tierarzt.

Was ebenfalls möglich ist: Schwitzende Wanderer riechen für Rinder auch verlockend nach Salz, das auf Almen oft Mangelware ist. Da wurde auch schon so manches Hemd, das zum Trocknen auf einem Zaun hing, verspeist.

Aggressive Tiere geben hingegen klare Signale. Rabitsch: "Schnauben und scharren sind Zeichen dafür, dass Kühe ihren Familienverband verteidigen wollen."

Das Mitnehmen von Hunden erhöht natürlich das Risiko einer Attacke. "Hunde werden als Gefahr gesehen, weswegen die Kühe angreifen", so Rabitsch.

von Katrin Fister, "Kärntner Krone"

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