"Politik inoffiziell"

Eine Hand wäscht die andere: So war’s auch bei der Hypo

Kärnten
02.09.2010 13:10
Bei den Ermittlungen zur Hypo-Pleite kommen immer mehr Details und Verflechtungen zutage. In der "Krone"-Serie "Politik inoffiziell" berichtet Waltraud Dengel aktuell über das Hypo-Netzwerk.

Geld und Politik sollen bei der Hypo Alpe Adria eine unheilige Allianz eingegangen sein. Die Bank und deren Ex-Chef Wolfgang Kulterer haben als Finanziers von Ex-Landeschef Jörg Haider Schlagzeilen gemacht. Wobei es sich vorwiegend um Kärntner Großprojekte wie die Milleniumsbahn auf das Nassfeld oder verschiedene Hotel-Finanzierungen handelte – zum Glück gingen nicht alle so daneben wie das Schlosshotel Velden.

Eine Hand wäscht die andere: Haider soll sich im Gegenzug als Türöffner für Hypo-Geschäfte betätigt haben. Wie etwa in Libyen: Nach einem seiner Wüstenausflüge, bei dem auch Kulterer dabei war, soll Ölgeld zur Hypo geflossen sein. Auch bei Tourismus-Projekten in Istrien soll Haider seine Beziehungen ausgespielt haben.

Seine Kontakte zur ÖVP hat Kulterer – er kam ursprünglich aus dem Raiffeisen-Bereich – zu Beginn seiner Hypo-Laufbahn erfolgreich genützt. Der damalige Außenminister Alois Mock stellte in den 1990er-Jahren den Kontakt zur Regierung in Zagreb her, die dann den Hypo-Einstieg in Kroatien stark unterstützte. Der Vize-Außenminister hieß zu dieser Zeit Ivo Sanader.

Dass Sanader 2003 kroatischer Premierminister wurde, dürfte der Hypo nicht zum Nachteil gereicht haben. Gerüchte über eine Verwicklung des heute in den USA lebenden Sanader in Hypo-Geschäfte und persönliche Bereicherung flammen immer wieder auf, werden von ihm aber dementiert.

So gut die persönlichen Beziehungen zwischen Kulterer und Sanader auch waren, bei der Übernahme der Hypo durch die BayernLB mussten größere Kaliber ans Werk. Denn die kroatische Nationalbank, die den Deal absegnen musste, legte sich quer: Man hatte mit der BayernLB bereits schlechte Erfahrungen gemacht. Der damalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber soll sich höchstselbst eingeschaltet und sogar die bayerische Unterstützung für den EU-Beitritt Kroatiens in die Waagschale geworfen haben. Damals erfolgreich – aus heutiger Sicht der Bayern wohl weniger.

"Politik inoffiziell" von Waltraud Dengel, "Kärntner Krone"

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