Discovery Channel

Polizei erschießt Umwelt-Aktivist in Senderzentrale

Ausland
02.09.2010 11:05
Im Hauptquartier des US-Fernsehsenders "Discovery Channel" ist am Mittwoch eine Geiselnahme nach rund vier Stunden blutig zu Ende gegangen. Die Polizei erschoss einen Umweltschutz-Extremisten, der mit Sprengstoff und Pistole bewaffnet in das Gebäude in Silver Spring bei Washington gestürmt war. Motiv für die Tat war der Ärger des seit Jahren gegen "Discovery" protestierenden Mannes über das Programm des Senders, der seiner Meinung nach nicht genug für die Rettung der Erde tut.

Die meisten der 1.900 Mitarbeiter in der Konzernzentrale in dem Vorort Washington D.C.s hatten das Gebäude bereits beim Eintreffen des Umweltschutz-Fanatikers verlassen können. 

Der 43-jährige James J. Lee (re.) hatte die Lobby mit einer Waffe in der Hand betreten und dort mindestens einen Schuss abgegeben. Nach Augenzeugenberichten trug er außerdem mehrere "metallene Behälter" am Körper. Er nahm anschließend zwei Mitarbeiter des Senders und einen Wachmann als Geiseln. Die Polizei verhandelte insgesamt vier Stunden lang mit ihm. 

Die Spezialeinheit sei schließlich eingeschritten, als der Verdächtige eine Waffe auf eine seiner Geiseln richtete, sagte ein Sprecher der Exekutive. Der Polizeichef des Bezirks Montgomery, Thomas Manger, erklärte, ein Sprengsatz sei detoniert, als die Polizisten auf den Geiselnehmer schossen. Ob in den übrigen Behältern auch Sprengstoff war, müsse erst geklärt werden.

Menschen als "zerstörerischste, schmutzigste Kreaturen"
Der 43-jährige Lee war bei den "Discovery"-Mitarbeitern kein Unbekannter. Er hatte sich bereits in der Vergangenheit wütend über den Kurs des umweltorientierten Senders geäußert, der ihm anscheinend nicht radikal genug war. So prangerte er auf seiner Webseite an, dass "Discovery" mit seiner Reality-Sendung "Kate plus 8" zum Zeugen von Kindern ermutige. Menschen seien aber die "zerstörerischsten, schmutzigsten Kreaturen" auf der Erde. 

2008 war Lee vorübergehend festgenommen worden, nachdem er vor dem "Discovery"-Gebäude Tausende von US-Dollars in die Luft warf. Mit der Aktion wollte er nach eigenen Worten dagegen protestieren, dass das Programm des Senders zu profitorientiert sei und nichts zur Rettung der Erde unternehme. Die Zentrale des "Discovery Channel" liegt in einem Geschäftsviertel außerhalb Washingtons, nur rund elf Kilometer nördlich des Weißen Hauses. 

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