Ach Björk! Die isländische Kindfrau mit dem naiv-zerbrechlichen Auftreten und der markanten, klaren Stimme stellt ihre Fans auf eine harte Probe: Das neue Album Medúlla ist ein vokales Experiment, auf das man sich einlassen muss – und selbst dann fällt es schwer das sirenenhafte Gekreische nicht nervtötend zu finden.
Björk hat sich seit jeher den Luxus gegönnt,Alben zu produzieren, die ihr in erster Linie selbst gefallen.Bislang hatte sie das Glück, dass ihre Fans sie auf so mancheabenteuerliche Klangreise begleitet haben. Mit dem neuen Albumdürfte die isländische Sängerin den Bogen überspanntzu haben.
Auf Medúlla (Knochenmark) kommt sie fastvöllig ohne Instrumente und elektronische Effekte aus undsetzt einzig die menschliche Stimme als Instrument ein. Das istzwar grundsätzlich kein Fehler, aber mit einem herkömmlichenA-capella-Album hat das Björk-Werk nichts, aber schon reingar nichts zu tun: Oberton-Gesang eines Inuit, ein isländischerund ein britischer Chor und die Rhythmen der menschlichen BeatboxRahzel bilden die Soundkulisse für die eigenwilligen 14 Nummern,die selbst bei mehrmaligem Hören nicht eingängiger werden.
Medúlla beschert zwar durchaus interessanteKlangerlebnisse, und besser konnte Björk nie zeigen, wasihre Stimme leisten kann. Leider überschreitet die Isländerindie Grenzen des Anhörbaren und produzierte ein vielleichtkünstlerisch interessantes, aber für den normalen Zuhörerungenießbares Werk.
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