Der Posthof bringt Rebekka Bakken ins Linzer Brucknerhaus: Die norwegische Sängerin präsentiert bei diesem Live-Konzert am Dienstag, dem 27. Oktober, ihr neues Album „Nord“. Die „Krone“ plauderte mit der charismatischen Sängerin.
Auf ihrer aktuellen Tour zum Album „Nord“ singt Rebekka Bakken erstmals fast ausschließlich in ihrer Muttersprache und begibt sich damit auf eine bewegende Reise zu ihren Wurzeln. Zwischen intimen Eigenkompositionen, zeitlosen Folk-Melodien und spirituellen Hymnen entfaltet sich ein berührender Klangkosmos voller Liebe, Menschlichkeit und skandinavischer Poesie.
Vor dem Live-Konzert am Dienstag, 27. Oktober, im Brucknerhaus gab Bakken der „Krone“ ein Interview.
„Krone“: Ihre Musik umfasst Jazz, Folk, Pop und die Singer-Songwriter-Tradition. Was ist typisch „Rebekka Bakken“?
Rebekka Bakken: Dass ich nicht wirklich in Genres denke. Ich lasse mich vom Song leiten und versuche herauszufinden, was er braucht. Die Verbindung zwischen den verschiedenen Facetten besteht darin, dass sie alle durch mich hindurchfließen – durch meine Stimme, mein Songwriting und meine Art, Musik zu hören. Die Musik muss sich lebendig und notwendig anfühlen. Der Stil kommt erst danach.
Was war der wichtigste Moment auf Ihrem Lebensweg, der Ihre Sichtweise auf die Musik geprägt hat?
Als ich in meinen Zwanzigern Norwegen verließ und nach New York zog, hat sich alles verändert. Ich kam ohne feste künstlerische Identität an und musste durch die Musik selbst herausfinden, wer ich war. New York lehrte mich Freiheit und die Bedeutung von Individualität. Später gab mir das Leben in Österreich eine weitere Perspektive. Es brachte mich der europäischen Musiktradition näher und gab mir zudem die Zeit und den Raum, mich als Künstlerin weiterzuentwickeln. Beide Orte wurden mir sehr wichtig. Manchmal muss man erst die Heimat verlassen, bevor man wirklich hören kann, woher man kommt.
Mit Ihrem Album „Nord“ kehren Sie zu Ihren norwegischen Wurzeln zurück. Was können Sie auf Norwegisch besser ausdrücken?
Nachdem ich den größten Teil meines Erwachsenenlebens im Ausland verbracht hatte, fühlte sich die Hinwendung zu meinen norwegischen Wurzeln an, als würde ich eine Tür zu einer riesigen Welt öffnen, die schon immer da gewesen war. Es war aufregend, nicht nostalgisch. Norwegisch bringt außerdem einen anderen Klang in meiner Stimme zum Vorschein.
Viele der Lieder auf „Nord“ basieren auf Kirchenliedern und Volksmelodien aus Ihrer Kindheit.
Diese Melodien waren für mich schon immer magisch, und sie schienen mich einzuladen, meine eigene musikalische Welt und Persönlichkeit in sie einzubringen. Ich singe sie einfach so, wie ich sie höre. Ich versuche nicht, sie zu modernisieren oder zu bewahren. Ich lasse die Melodien alles tragen, was ich als Künstlerin geworden bin
Sie stehen in Linz regelmäßig auf der Bühne. Was gefällt Ihnen an Linz?
Immer wieder eingeladen zu werden, ist etwas ganz Besonderes. Als Künstlerin gibt man etwas, es wird angenommen, und dann wird man eingeladen, zurückzukehren und diese Verbindung fortzusetzen. Dafür bin ich sehr dankbar. Das Brucknerhaus vereint zudem Erhabenheit und Intimität – eine seltene Kombination. Ich fühle mich immer herzlich willkommen.
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