12.06.2020 07:11 |

„Fortschritte“ erzielt

USA wollen Truppenstärke im Irak weiter reduzieren

Die USA wollen ihre Truppenstärke im Irak in den kommenden Monaten weiter reduzieren. Das erklärten die Regierungen in Washington und Bagdad in der Nacht auf Freitag in einer gemeinsamen Mitteilung im Zuge eines „Strategischen Dialogs“, der am Donnerstag begonnen hatte.

Im Jänner wurden Berichte über einen möglichen Truppenabzug noch dementiert. Momentan halten sich die Regierungen noch bedeckt, was Angaben zum Umfang des anvisierten Truppenabbaus sowie dem präzisen Zeitrahmen betrifft. Im Irak sind derzeit noch rund 5200 US-Soldaten stationiert.

Begründet wurde die Truppenreduzierung mit „bedeutendem Fortschritt“ bei der Bekämpfung der Terrormiliz Islamischer Staat. Die Vereinigten Staaten hätten bekräftigt, dass sie weder eine ständige militärische Präsenz noch dauerhafte Stützpunkte im Irak anstrebten, hieß es weiter.

Terrormiliz weiterhin in Syrien und im Irak aktiv
Die USA führen eine internationale Koalition an, die in der Region gegen die Extremisten vorgeht. Der IS hat zwar sein Herrschaftsgebiet in Syrien und im Irak verloren, ist aber weiter aktiv. Gerade in den vergangenen Wochen hatten sich Meldungen über Angriffe der Extremisten gehäuft und Sorgen vor deren Wiedererstarken genährt.

Der Einsatz der US-Soldaten ist in dem Krisenland hoch umstritten. Vor allem die eng mit dem Iran verbundenen irakischen Parteien und Milizen fordern deren Abzug. Viele Kräfte wollen dagegen, dass die US-Truppen im Land bleiben. Dazu zählen sunnitische Parteien, aber auch die Kurden.

US-Soldaten bleiben im Irak, solange IS nicht bekämpft ist
Die USA wollen ihre Truppen im Irak behalten, solange die irakische Regierung das will und der Kampf gegen den IS nicht beendet ist, hatte der US-Sondergesandte für den Kampf gegen die Dschihadisten, James Jeffrey, vor den mehrmonatigen Gespräche zwischen den USA und dem Irak betont.

Der „Strategische Dialog“ soll die Beziehungen zwischen beiden Ländern umfassend behandeln und sich auch um Fragen von Sicherheit, Wirtschaft und Energie drehen. Die Zukunft der US-Soldaten dürfte aber zentraler Punkt sein. Zum Auftakt ging es auch um die Corona-Krise und die Talfahrt der Öl-Preise.

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