05.06.2020 10:07 |

25,8 Prozent Minus

Deutscher Industrie brechen die Aufträge weg

Als Folge der Corona-Krise sind der deutschen Industrie im Rekordtempo die Aufträge weggebrochen. Wie das Wirtschaftsministerium am Freitag mitteilte, sammelte sie im April um 25,8 Prozent weniger Bestellungen ein als im Vormonat. Das sei der stärkste Rückgang seit Beginn der Statistik im Jahr 1991, heißt es.

Ökonomen hatten nur mit einem Minus von 19,7 Prozent gerechnet, nachdem es bereits im März einen starken Rückgang von 15 Prozent gegeben hatte. „Im Shutdown-Monat April hat sich der Einbruch der industriellen Auftragseingänge erwartungsgemäß noch einmal verstärkt“, erklärte das Ministerium. Die Einschränkungen gegen die Covid-19-Pandemie galten in den meisten wichtigen Absatzländern während des gesamten Monats. „Der massive und nochmals beschleunigte Auftragsabsturz ist daher kein Hexenwerk“, sagte der Chefvolkswirt des Bankhauses Lampe, Alexander Krüger.

April markierte „traurigen Tiefpunkt“
Das Ministerium ist allerdings optimistisch, dass es künftig wieder etwas besser aussieht: „Angesichts der allmählichen Lockerungen dürfte der Tiefpunkt der Industrierezession damit aber auch durchschritten sein.“ Banken-Ökonomen sehen das ähnlich. „Der April dürfte den traurigen Tiefpunkt der Rezession markiert haben“, sagte DekaBank-Volkswirt Andreas Scheuerle.

Autobranche leidet ganz besonders
Besonders die Autoindustrie litt unter der Coronavirus-Krise. „Dort wurde ein Auftragsniveau erzielt, das dem des Jahres 1993 entspricht“, sagte Scheuerle. Hier zeichnet sich aber ab Mai ebenfalls eine Besserung ab. Während im April praktisch keine Autos produziert worden seien, erreichte das Niveau im Mai immerhin knapp 40 Prozent des Vorjahresschnitts, wie Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen sagte.

Minus 30% bei Aufträgen aus Eurozone
Die Aufträge aus dem eigenen Land sanken im April um 22,3 Prozent zum Vormonat. Die Bestellungen aus dem Ausland gingen sogar um 28,1 Prozent zurück. Dabei sackten die Aufträge aus der Eurozone um 30,6 Prozent ab, die aus dem restlichen Ausland um 26,7 Prozent.

„Die Achillesferse bleibt natürlich die starke Exportorientierung der deutschen Wirtschaft“, sagte der Europa-Chefvolkswirt des Vermögensverwalters DWS, Martin Moryson. „Solange die Welt in der tiefsten Rezession der Nachkriegsgeschichte steckt, solange wird auch die deutsche Wirtschaft - und hier vor allem die Industrie - leiden.“

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