28.05.2020 22:49 |

Halbzeit bei Epidemie

Anschober macht Hoffnung auf Sport an Schulen

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat im „ZiB 2“-Interview bei Lou Lorenz-Dittlbacher am Donnerstagabend erklärt, man sei im Wettlauf gegen das neuartige Coronavirus etwa bei der Halbzeit. Aufpassen müsse man deshalb, weil das Virus auch Menschen befalle, die keine Symptome zeigten, und deshalb „ein bisschen heimtückisch“ sei. Die Öffnungsschritte hätten zwar bisher sehr gut funktioniert, man müsse aber weiterhin „sehr vorsichtig“ sein. Anschober stellte außerdem eine Rückkehr des Sportunterrichts an den Schulen noch im heurigen Schuljahr in Aussicht und konnte auch der Idee von regionalisierten Maßnahmen einiges abgewinnen.

Vor Kurzem verglich Anschober den Wettlauf gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Österreich noch mit einem Marathon. Auf die Frage, wie weit man auf dieser Strecke bereits sei, antwortete er: „Ich schätze jetzt rein vom Gefühl her, wir sind circa bei der Halbzeit. Wir haben eine sehr gute erste Hälfte hinter uns und von Tag zu Tag sinken die Infektionszahlen.“ Auch die Öffnungsschritte bisher hätten gut funktioniert, man müsse aber weiter „sehr vorsichtig“ sein.

Warnung vor asymptomatischen Infektionen
„Das Virus ist ein bisschen heimtückisch. Es befällt auch Menschen, die dann keine Symptome bekommen.“ Deshalb könne es immer wieder zu Cluster-Bildungen kommen. Mit Wien und Niederösterreich, die von solchen Cluster-Bildungen betroffen sind, arbeite man „korrekt“ zusammen. „Die Behörden sind hier gut unterwegs gewesen, weil sie in einem Bereich getestet haben, wo keine Symptome waren.“ Auch die Zusammenarbeit mit der AGES und dem Innenministerium funktioniere „entgegen der Darstellung in den Medien hervorragend“.

Anschober hält regionalisierte Maßnahmen für möglich
Auch dem Vorstoß von Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ), regionalisierte Maßnahmen einzuführen, kann Anschober einiges abgewinnen. Man werde hier ein Paket vorlegen, wie man Vereinfachungen vornehmen könne, aber „auch ein Bundesland ist keine Insel“. Hier könnten Erkrankungen eingeschleppt werden.

Öffnung der Kinos aufgrund der Gleichbehandlung
In der Branche hatte die überraschende Öffnung der Kinos am Freitag für Verwunderung gesorgt. Hier hätten Juristen festgestellt, dass es ein Gleichbehandlungsproblem gegeben hätte, wenn andere kulturelle Veranstalter schon früher starten hätten dürfen. „Es ist kein Kinobetreiber gezwungen, diese Möglichkeit zu nutzen“, sagte Anschober. Die anderen Öffnungsschritte seien mit den Betroffenen im Detail besprochen worden und bereits seit Tagen auf der Homepage abzurufen.

Sportunterricht in den Schulen heuer noch möglich
Lorenz-Dittlbacher fragte den Gesundheitsminister auch, warum Fitnesscenter zwar ab Freitag wieder öffnen dürften, Schülern der Sportunterricht in den Schulen aber weiterhin verwehrt bleibe. „Das war eine Vorsichtsmaßnahme, die das Bildungsministerium sehr korrekt umgesetzt hat.“ Diesen Teil wolle man sich dieser Tage „genau anschauen“ und in manchen Bereichen vereinfachen. Er gehe davon aus, dass es hier zeitnah Vereinfachungen geben werde, von denen auch Schulen betroffen sein könnten.

Zu den Reisemöglichkeiten der Österreicher im Sommer sagte Anschober: „Was wir wissen, ist, dass wir am 15. Juni viele Grenzen rund um Österreich öffnen werden.“ Thema seien auch Slowenien und Italien. In Italien sei es aber schwierig, weil es hier unterschiedliche Zahlen gebe: „Es gibt (in Italien Anm.), wie wir wissen, leider Regionen, die noch sehr stark belastet sind.“

Martin Grob
Martin Grob
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